Bodenuntersuchung - Kalk,Kalium,Magnesium

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blümchen
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Bodenuntersuchung - Kalk,Kalium,Magnesium

Beitrag von blümchen » 22.02.2010, 14:01

Hallo allerseits!

Ich habe letztens Bodenproben aus meinen Beeten entnommen und zur Untersuchung eingeschickt. In meinem Garten will Wurzelgemüse einfach gar nicht wachsen (wirklich nichts!!), und die Kartoffeln werden auch nur mittelgroß. Bohnen und Erbsen wachsen dagegen wunderbar. Meine Vermutung ist, dass vielleicht bestimmte Nährstoffe im Boden fehlen.

Die erste Bodenprobe ergab folgende Werte:
pH-Wert und Calciumgehalt sind mittel. Es wird eine Erhaltungskalkung von 17 dt CaO/ha (entspricht kg/100m²) empfohlen.
Der Phosphorgehalt ist mittel, ebenso der Magnesiumgehalt, hier wird mir empfohlen nichts zu verändern.
Der Kaliumgehalt ist niedrig, die Düngung ist um 25% zu erhöhen.
Die Zink- und Kupferwerte liegen erhöht, das weist auf eine gewisse Umweltbelastung hin. Als mögliche Ursache wird übermäßige Verwendung von Wirtschaftsdüngern, Pflanzenschutzmitteln oder Holzasche genannt. Eine weitere Zufuhr soll unbedingt vermieden werden. In Frage käme bei mir nur die Holzasche (ein paar Mal etwas aufs Beet aufgebracht und in den Kompost gemischt), da ich ansonsten biologisch gärtnere. Den Garten habe ich allerdings seit Mai 2005, wie davor gearbeitet wurde kann ich leider nicht sagen.
Die Eisen- und Manganwerte sind extrem hoch, das liegt gemäß Gutachten an einer ungünstigen Bodenstruktur. Der Eisenwert weist auf gehemmte Durchlässigkeit hin, der Manganwert auf zeitweise knappe Luftversorgung. Es wird empfohlen häufig und ausreichend tief zu lockern ( Mein Boden verdichtet sich tatsächlich sehr schnell).

Beim zweiten Beet sind die Werte ähnlich, nur sind hier der Kaliumwert (ist um 50% zu erhöhen) und der Magnesiumwert (ist um 25% zu erhöhen) als niedrig einzustufen. In diesem Zusammenhang (Kalium-/Magnesiumgehalt) wird nun von der Schwefelversorgung gesprochen. So gut bin ich leider nicht mehr in Chemie, um da die Kurve zu kriegen. Auf jeden Fall wird mir hier empfohlen die Schwefelversorgung der Pflanzen über Kalisulfat (Kalium), Kieserit (Magnesium), oder beides zusammen über Kalimagnesia auszugleichen.

Beide Beete benötigen also eine Kalkzufuhr und ein Beet benötigt eine Kalium-/Magnesiumzufuhr. Wie kann ich das nun bewerkstelligen, alles einfach zusammen rauf aufs Beet? Soll so etwas im Frühjahr oder im Herbst erfolgen? Muss ich das in den Boden einarbeiten oder einfach nur auftragen? Oder braucht der Boden nach diesen Gaben sogar eine „Auszeit“ und der Anbau von Pflanzen sollte erstmal unterbleiben?

Ich kenne mich damit leider gar nicht aus, hat jemand Erfahrungen auf diesem Gebiet? Über einen Austausch würde ich mich sehr freuen.

Viele Grüße aus dem langsam auftauenden Norden,

Maren

forumadmin
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Re: Bodenuntersuchung - Kalk,Kalium,Magnesium

Beitrag von forumadmin » 03.03.2010, 18:33

Hallo Blümchen - der Stickstoffgehalt wurde nicht gemessen? Wenn die Starkzehrer nicht wachsen und die Schwachzeherer gut wachsen spricht das für Stickstoffmangel. Aber ich würd mir da nicht so einen Kopf drum machen, sondern möglichst viel organische Masse in den Boden einarbeiten, damit das Bodenleben in gang kommt, dann steigt die Fruchtbarkeit automatisch. Also möglichst viel an biologischem material (Blätter, Grasschnitt, Schredder, abgestorbene Pflanzen, Hauskompost) mischen und verkompostieren und auf den Boden bringen. Gründüngung auf die Beete und Stroh einarbeiten, dann wird das schon. LGLudwig

narssner
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Kalk macht reiche Väter....

Beitrag von narssner » 15.07.2010, 21:42

und arme Söhne.

Wenn schon gekalkt wird, dann nur Zeug, der erst nach möglichst vielen Umwandlungen im
Boden an die Wurzeln kommt.

In Amerika (gemeint ist die USA) geben Leute Dünger über Komposthaufen in den Boden. Was zur
besseren Verträglichkeit führt.

Bei Kalium würde jemand gebraucht werden, der genau weiß, welche Menge sich nach wievielen Jahren im Boden zugänglich wird.

Soweit ich mich erinnere, sind es pro Jahr 20 Prozent. Die anderen werden erst einmal im boden festgelegt.

Kuh- und Pferdemist würde ich ebenfalls über eine mehrjährige Kompostierung einsetzen. Sonst gibt es vor allem Inväschn of the Unkrauts. Und das satt. Gilt zum Beispiel auch für Schafsmist. Was immer man halt so abstaubn kann.

Hühnermist ist ätzend und hat einen hohen Phosphor-anteil. Den würde ich besonders lange in einer Kompostierung vor sich hinliegend lassen.

Nur darauf zu vertrauen, daß die Natur es schon richten wird, halte ich für entschieden zu wenig.

Mit freundlichem Gruß
narssner

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