Imker-Lehrgang ?

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Bienchen
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Imker-Lehrgang ?

Beitrag von Bienchen » 03.03.2010, 20:31

Ich würde gerne einen Imker-Lehrgang machen, weiß jemand eine gute Adresse ?

LG Bienchen

Martin
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Re: Imker-Lehrgang ?

Beitrag von Martin » 03.03.2010, 20:59

Hallo Bienchen,

Ich habe auch nach einem Imker-Lehrgang in meiner Nähe gesucht, tatsächlich einen gefunden, die Veranstalter dann angemailt und nie eine Antwort bekommen. Also lass ich den Lehrgang bleiben und fange ohne Lehrgang in diesem Jahr das Imkern an. Das geht auch.
Ich wußte relativ schnell, daß ich Buckfast-Bienen in Dadant-Beuten will und hab in die Richtung gesucht und auch in meiner Nähe mehrere Imker gefunden, von denen ich lernen kann. Zudem hab ich mich in zwei Imker-Foren angemeldet, wo ich jede Menge Tips finden kann. Da zudem ein Kollege von mir imkert und mein Onkel jahrzehntelang hinter meinem Elternhaus geimkert hat, habe ich durchaus einige Ansprechpartner, die ich um Rat fragen kann. Im Buckfast-Halterverein bin ich bereits Mitglied, den hiesigen Imkerverein will ich mir auch noch anschauen und evtl. eintreten.
Viel Aufwand für jemand, der langfristig nur drei bis fünf Völker halten will, das gebe ich ja zu, aber wenn ich etwas lernen will, dann mach ich das gründlich und angesichts der massiv gestiegenen Bienengefährdung durch Varroa-Milbe, Viren, Agrar-Chemie, usw. will ich in den ersten Jahren möglichst viel Wissen sammeln, um nicht gleich die Tiere und womöglich das Interesse am Imkern zu verlieren.
Einen Lehrgang würde ich nach wie vor gern machen, man weiß nie genug, aber ich denke, Kontakt zu erfahrenen Praktikern, die man jederzeit um Rat fragen kann, ist fast noch wichtiger.

Liebe Grüße,

Martin

Bienchen
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Re: Imker-Lehrgang ?

Beitrag von Bienchen » 04.03.2010, 08:44

Lieber Martin,

ja, das mache ich auch so, dass ich mich selbst viel aus verschiedenen Quellen informiere, bei einem Thema, das mich interessiert. Ich würde nur gerne erst einmal eine Einführung in das Thema bekommen, denn leider habe nicht so wie du Verwandte und Bekannte, die sich schon mit dem Imkern auskennen. Ich bin ein abtrünniges Kind einer Großstadtfamilie :D .

In dem Video-Beitrag, den ich zum Thema Permakultur verlinkt habe, sagt der Permakultur-Bauer der vorgestellt wird auch was zu den Varroa-Milben und wie er sie dezimiert....

LG Bienchen

Martin
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Re: Imker-Lehrgang ?

Beitrag von Martin » 04.03.2010, 21:01

Liebe Bienchen,

Schon muß ich mich korrigieren: Heute kam in der Zeitung, daß der lokale Imkerverein auch nen Kurs anbietet, also noch näher, als da, wo ich vergeblich nachfragte. Ich denke, ich werde da hingehen.
Ich weiß ja nicht, wo Du genau wohnst, aber Imkervereine gibt es eigentlich überall. In ihren Aktivitäten sind die völlig verschieden drauf. Manche bestehen nur aus alten Herren, die ihre Ruhe wollen. Andere sind dagegen durchaus modern und bemühen sich, Neuimker zu gewinnen. Vielleicht solltest Du ja mal den Imkerverein in Deiner Gegend kontaktieren. Manche schenken Neuimkern zum Einstieg ein Volk, bei vielen findet man auch einen Imkerpaten, den man bei Fragen immer kontaktieren kann.
Diesen Weg wäre ich sicher auch gegangen, hätte ich nicht mein Interesse für die Buckfast-Biene und die Dadant-Beute entdeckt. Hier bei uns ist nämlich die Carnica-Biene mit Magazinen im Zander-Maß am verbreitetsten. Mit meinem Interesse bin ich somit ein Exot, der eine noch nicht häufige Bienenrasse in eher seltenen Beuten halten will. Hätte ich nicht zufällig einen Buckfast-Imker hier ums Eck in einem Imker-Forum gefunden, hätte ich mich auf eine andere Wirtschaftsweise eingelassen.
Aber: Prinzipiell sollte ein Anfänger mit der in seiner Region üblichen Bienenrasse und dem verbreitetsten Beutensystem anfangen, weil man sich dann viel leichter mit Bienen und Material austauschen kann und vor allem der Imkerpate sein Wissen direkt weitergeben kann. Auf ein anderes System kann man später immer noch umstellen, wenn man genug Wissen und Erfahrung gesammelt hat.
Mein Onkel kann mir bei Dadant-Beuten gar nicht helfen, weil er mit uralten Hinterbehandlerkästen gearbeitet hat und ihm für mein künftiges System das Wissen fehlt. Dafür gibt es andere Punkte, wo er mir helfen kann. Aber, wie Du auch schreibst: Viele verschiedene Informationsquellen sind wichtig. Und neben inzwischen sieben Fachbüchern, der Mitgliedschaft in einem Rassebienen-Verein und der Teilnahme in zwei Internet-Imkerforen, werde ich vielleicht auch noch in den lokalen Imkerverein gehen.
Wenn ich in ein paar Jahren erste Erfahrungen gemacht habe, werde ich neu entscheiden, welcher Verein für mich gut ist und wo ich dabei bleiben will. Bis dahin will ich aus vielen unterschiedlichen Quellen lernen. Ich werde außer Dadant auch alle weiteren Beutenarten beobachten, weil ich nicht nur wirtschaften, sondern auch lernen und vergleichen will. Die alten Hinterbehandler meines Onkels werden nicht alle vernichtet, mindestens einen werde ich behalten, um in ein paar Jahren vielleicht selbst mal solch eine Beute probieren zu können.
Das was der Permakulturbauer zur Varroamilbe sagt ist aber nichts neues. Drohnenbrut rausschneiden ist gängige Praxis unter Imkern. Behandlung mit Ameisensäure und Oxalsäure ist das Normale, auch bei Bioimkern, davon hat er aber nichts gesagt, nur daß er mit der Drohnenbrutmethode ein Drittel der Milben erlegen kann. Was er gegen die anderen zwei Drittel macht, habe ich entweder nicht mitbekommen oder er hat es nicht gesagt.

Abschließend noch ein Wort: Früher, als Bauern noch Selbstversorger waren, hatte fast jeder auch Bienen. Im Durchschnitt weniger Völker als heute, dafür gab es viel mehr Imker die aber pro Volk einen niedrigeren Honigertrag hatten. Meiner Meinung nach sollte Imkerei flächendeckend gefördert werden, weil die Bienen vielleicht Honig produzieren, vor allem aber auch in Gartenbau, Obstbau und Landwirtschaft für Bestäubung und damit Fruchtbildung sorgen.
So wie Kleingärtner mehr für die Erhaltung der Sortenvielfalt tun können, als Gärtner, dürften auch Kleinimker (maximal 10 Völker) die Bestäubung eher sichern, als Großimker. Flächendeckend viele kleine Hobbyimker dürften mehr bringen, als wenige Große, die in weitem Abstand ihre Stände haben.

Genug gelabert.

Liebe Grüße,

Martin

Bienchen
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Re: Imker-Lehrgang ?

Beitrag von Bienchen » 05.03.2010, 09:34

Hallo Martin,

Danke für deine ausführliche Antwort. Ja, ich werde wohl mal einen ortsansässigen Imkerverein ansprechen, obwohl da tatsächlich nur alte Herren "aktiv" sind, wie ich bei einer Ausstellung vor ein paar Jahren mal gesehen habe.

Wie die wohl auf eine Frau mittleren Alters, die das Imkern lernen will, reagieren ? :lol:
Andererseits beklagen sie sich ja darüber, dass Nachwuchsmangel herrscht. Vielleicht kann ich meinen Sohn auch davon überzeugen mitzumachen, das wird sie dann besänftigen, hoffe ich.

Ich habe bis jetzt überhaupt keine Ahnung von Bienen und was du schreibst von den verschiedenen Bienenrassen und Beute-Systemen sind noch böhmische Dörfer für mich. Aber irgendwann ist nun mal der Anfang...

LG Bienchen

Martin
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Re: Imker-Lehrgang ?

Beitrag von Martin » 05.03.2010, 19:41

Hallo Bienchen,

Ich war ja vorbelastet. Opa und Onkel hatten jeweils jahrzehntelang Bienen hinter meinem Elternhaus stehen, so daß ich zumindest etwas Ahnung vom Imkern hatte. Da ich aufgrund stechfreudiger Gartenmitbewohner eher vorgeschädigt war, also z.T. Panik bekam bei einem bestimmten aggressiven Summton, habe ich die Bienenhaltung für mich immer ausgeschlossen.
Eine Bienenhausbesichtigung letzten Sommer und das Angebot, nächsten Sommer einen Imkerschnupperkurs machen zu können, weckten mein Interesse. Und wenn mich was interessiert, warte ich keine acht Monate...
Fast alles, was ich jetzt weiß, habe ich mir in Büchern oder Internet angelesen. Ich wußte, daß es viele verschiedene Wirtschaftsweisen beim Imkern gibt und ich wollte mir von Imkern nicht etwas aufschwatzen lassen, was mir mit Hintergrundwissen womöglich gar nicht zugesagt hätte. Ich informierte mich zuerst, bis ich wußte, was ich wollte und suchte dann nach Kontakten. Da bei zehn Imkern immer elf Meinungen zu einem Thema bestehen, wollte ich selbst meinen Weg finden. Hier in der Region werde ich einer Minderheit angehören, aber da ich von dem von mir gewählten Weg überzeugt bin und auch schon Kontakte und Unterstützung habe, ist der Weg gangbar.
Ohne das alles ist es wirklich am besten, in Kontakt zu den ortsansässigen Imkern zu treten, aber auch viel zu lesen. Und für spezielle Fragen möchte ich zwei Internet-Foren nicht mehr missen (gibt sicher noch mehr, aber mir genügen sie). Und was ich für ganz wichtig halte: Theoretisches Wissen sollte vor der Praxis kommen. Ich bin sehr froh, daß ich jetzt einen langen Winter Zeit hatte, mich auf das Abenteuer Imkerei theoretisch vorzubereiten.

Imkern gilt ja als Hobby älterer Männer und ich erkläre derzeit immer, daß ich mit meinen 46 Jahren jetzt in das Alter komme, damit beginnen zu können... :mrgreen: Das Durchschnittsalter im Deutschen Imkerbund liegt anscheinend bei 68... Viele Jüngere sind aber gar nicht organisiert, was ich schade finde, denn gerade bei den Imkern wäre frisches Blut mit neuen Ideen sehr wichtig. Also geh ruhig zum Imkerverein. Vielleicht sind die sogar froh, wenn neues Leben reinkommt. Mein Onkel, der weder mit meiner künftigen Bienenrasse noch mit Magazinbeuten Erfahrung hat, ist jedenfalls sehr froh, daß ich die Familientradition fortführen will. Ähnlich dürfte es vielen alten Herren gehen, deren Imkerei mit ihnen aussterben wird. Frischer Wind im Verein dürfte eigentlich allen willkommen sein, auch wenn die alten Herren neue Wege sicher nicht mehr mitgehen können.

Liebe Grüße,

Martin

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Re: Imker-Lehrgang ?

Beitrag von Bienchen » 06.03.2010, 17:24

Hallo Martin,

ich werde es wohl auch so machen, dass ich, bevor ich zu den Imkern gehe, erst ein wenig zum Thema lesen werde und mich in Foren umschauen, wie du sagst. Dann bekommt man nicht irgendetwas aufgeschwatzt und versteht auch das Imker-Latein gleich besser, könnte ich mir vorstellen.

Habe jetzt im Winter so viele andere Sachen gelesen und das Imkern war immer nur im Hinterkopf und kam jetzt wegen der ersten Frühlingssonnestrahlen wieder durch...

LG Bienchen

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