Gartenlyrik

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Nicola
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Gartenlyrik

Beitrag von Nicola » 01.06.2009, 21:45

Hab für heute in unserem Ort einen lyrisch-pfingstlich-frühlingshaften Gottesdienst vorbereitet. Neben Gedichten von Goethe, Fontane u.a. fehlte einfach was zum Thema (Un-) Kraut. Da hab ich mich auf meine Dichtergene berufen (Opa und Vater haben gedichtet) und folgendes verfasst:

Titel: "Un"

Gott gab die Kräuter, wir fanden Namen
zu unterscheiden die kleinen Samen.
Er hielt sie alle für gut und richtig,
für hilfreich, schön und einfach wichtig.

Mit Lust sollen wir säen, pflegen, hegen,
fleißig vermehren diesen Segen.
Doch Müh und Schweiß sind auch enthalten
Um Gottes Erbe zu verwalten.

Nur – etwas nagt an uns’rer Würde
Ein kleines Vorwort wird zur Bürde,
zur Last, weil’s unvermeintlich scheint,
dass das Wort „Un“ was Böses meint.

Un-heil, Un-fall, Un-wetter haben
schlechten Ruf, weil sie uns schaden,
Und weil so was vom Un herstammt,
wird Gottes Un-kraut auch verdammt.

Drum schimpfen, rupfen und entfernen
wir solche Kräuter und verlernen:
Man kann die Silbe auch vermeiden,
und dann im Garten weniger leiden.

So bleibt ein Kraut ganz einfach Kraut,
kein Un-, kein Mit-, kein Bei- verbaut
die reine, ungetrübte Freude
an der Natur und ihrem Kleide.

margot
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Re: Gartenlyrik

Beitrag von margot » 06.06.2009, 22:17

hallo Nicola,
danke für deinen schönen Beitrag zum ....Kraut :?

Wenn wir lernen, die Vorsilbe Un im Garten nicht zu gebrauchen, können wir so manches Kraut vielleicht nutzbringend einsetzen.

Ich hoffe, deine Worte sind auf offene Ohren gestoßen :D

Find ich gut, dass du dir Zeit nimmst, solche Gedanken in Lyrik umzusetzen!
Wär schön, wenn du uns mal wieder an deinen Gedanken teilhaben lässt!

Danke
margot

mieze
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Re: Gartenlyrik

Beitrag von mieze » 07.06.2009, 11:46

hallo nicola,
wunderschön!

Danke!
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