Langlebieges Saatgut für Notfall

Gentechnologie, Saatgutrecht u.ä. in Landwirtschaft und Gartenbau
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Gartenbeet
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Langlebieges Saatgut für Notfall

Beitrag von Gartenbeet » 11.03.2009, 18:35

Saatgut hält sich auch je nach Sorte unterschiedlich lange.

Vielleicht wäre es sinnvoll, Saatgut mit besonders langjähriger Keimfähigkeit zu züchten, um noch fähiges Saatgut zur Verfügung zu haben, falls natürliches Saatgut mal von der EU faktisch vorübergehend verboten werden sollte.
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salvia
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Re: Langlebieges Saatgut für Notfall

Beitrag von salvia » 14.03.2009, 20:30

Willst du mit der Samenbank in Spitzbergen kongurieren? :wink:
Ich wäre mit dabei. :lol:
Vielleicht kannst du zu den Samenerhaltungsvereinen VEN oder Arche Noah Kontakt aufnehmen und bei denen Näheres dazu erfahren. Allerdings legen diese ja ihren Schwerpunkt mehr auf die Erhaltung alter und regionaler Sorten. Aber haben sich bestimmt thematisch schon intensiv mit der Erhaltung der Keimfähigkeit auseinander gesetzt.
Bei den Dreschflegelvermehrungsbetrieben nachfragen, konnte ja auch nicht schaden.
Mir als Privatgärtnerin genügt es bisher, die Erhaltung des Saatgutes mit den herkömmlichen Methoden(Verkreuzungen verhindern, Selektion des Saatguts nach diversen Qualitätsmerkmalen, Lagerung etc) zu verfolgen. Nach welchen weiter Kriterien die Keimfähigkeit speziell im Bereich der Züchtung schon/mehr integriert werden könnte, übersteigt mein gärtnerisches Hobbywissen.
L.G. Salvia

forumadmin
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Re: Langlebieges Saatgut für Notfall

Beitrag von forumadmin » 15.03.2009, 12:32

Hallo Gartenbeet - ja das wird bei Dreschflegel gemacht, ich weiß nicht wie stark das von anderen betrieben genutzt wird. Ich säe immer wieder auch altes und ganz altes Saatgut aus. Dabei keimen dann von einer großen Masse an Samen nur noch ein paar, diese wachsen im ersten Jahr dann i.d.R. langsam und sind anfälliger, was aber dann keine Eigenschaft ist die weitergegeben wird, sondern nur im ersten Jahr auftritt, da der Keim schwächer ist. Macht man das einige Male mit der gleichen Linie sollte sich die Keimfähigkeit mit der Anzahl der Vegetationsperioden berlängern. Das macht aber nur wirklich Sinn bei Sorten, die nur kurz die Keimfähiglkeit behalten, wie Schwarzwurzel, Zwiebeln und Bohnen. Wenn du das mit kohl machst, der eine normale Keimfähkeit von 10 Jahren hat und du nach 10 jahren aussäst, hättest du bei diesem Zweijährigen einen Rhythmus von 11 Jahren, bei 5 Vegetationsperionen von 55 Jahren siehst du erst Veränderungen. LGLudwig

narssner
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gutes Saatgut ist langlebig

Beitrag von narssner » 18.03.2009, 14:47

an verschiedensten Beispielen ethnischer Minderheiten läßt sich herausfinden, das aufgehobenene
Saatgut ist lange lebensfähig.

In Europa ist eher üblich, es in Holzkisten aufzubewahren. Bei den Pueblo-Indianern sind Tonkrüge
üblich.

Und wenn Getreide aus geschichtlichen Ausgrabungen nach jahrtausenden nach keimfähig ist, spricht das wohl für Qualität.

Hierzu eine praktische Frage. Einer der Dreschflegel-Bauern hat einmal geschrieben, Saatkartoffeln müssen unter Mond im Feuerzeichen geerntet werden. Sonst hat es sich nach einer weiteren Generation ausgesätz. Gilt das vielleicht auch für andere Sachen? Generell wird es möglicherweise nicht gelten.

einen freundlichen Gruß
narssner

Gartenbeet
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Re: Langlebieges Saatgut für Notfall

Beitrag von Gartenbeet » 31.03.2009, 16:14

ich habe gelesen, daß Saatgut mit höherem Fettgehalt die Keimfähigkeit besser erhält.

Vielleicht kann man durch gezielt falsche Lagerung (z.B. erhöhte Temperatur) die Zeiten bis zur nächsten Generation verkürzen, da dann nur noch wenig Saatgut keimt und somit der Zuchtzeitraum verkürzet würde und vielleicht länger keiimfähiges Saatgut entsteht. Vielleicht ließe sich damit auch der Fett- bzw. Öl-gehalt z.B. von Sonnenblumensamen erhöhen.
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Re: Langlebieges Saatgut für Notfall

Beitrag von mieze » 03.04.2009, 08:34

Beitrag im Bild.

Ich hab es mal rauskopiert, da die Seite bald wieder verschwunden sein wird:


Glück und Garten Im 'Samenarchiv' von Rednitzhembach

Gerhard Bohl hat eine große Leidenschaft: Er sammelt und archiviert die Samen seltener Nutz- und Zierpflanzen sowie historischer Kulturpflanzen aus aller Welt. Vor etwa 15 Jahren hat der passionierte Gartenfreund sein privates Samenarchiv in Rednitzhembach bei Nürnberg gegründet. Wir haben ihn dort besucht.

Stand: 27.03.2009
Das Private Samenarchiv von Gerhard Bohl

Ursprünglich war das Private Samenarchiv von Gerhard Bohl nur als reine Tauschbörse für interessante Tomatensorten gedacht. Doch inzwischen betreibt er sie im wesentlich größeren Stil. Denn er versucht mit seiner Arbeit, den Verlust vieler Sorten aufzuhalten und die Sortenvielfalt auch für die Zukunft zu erhalten. Die genetische Verarmung unserer Nutz- und Zierpflanzen ist für Gerhard Bohl eine Katastrophe - und besonders ärgert ihn die Arbeit der staatlichen Sortenämter, die den Verbraucher vor vermeintlich "schlechten Sorten" schützen wollen.


Gerhard Bohl hat eine schier unfassbare Zahl an Saatgutsorten zusammentragen: Circa 1.500 samenfeste Tomatensorten und Wildtomaten, rund 700 verschiedene Bohnensorten, Kürbisgewächse sowie viele, viele weitere Nutz- und Zierpflanzen von den verschiedensten Ecken unserer Erde gibt es bei ihm zu entdecken.

Und wer in seinem Garten stöbern darf, der kann tatsächlich die interessantesten Entdeckungen machen. Angefangen von monatelang haltbaren Lagertomaten über weiße, knackige Gurken bis hin zu Puffbohnen und violetten Möhren. Selbst eine bananenförmige, grüne und zudem noch gestreifte Tomate ist für Gerhard Bohl nichts ungewöhnliches. Schade, dass es diese Früchte nicht im Handel gibt. Doch zum Glück können da inzwischen schon ein paar Tütchen Samen ganz leicht Abhilfe schaffen.
Sortieren, messen, entkernen und archivieren



Damit dies möglich ist, verbringt Gerhard Bohl nahezu jede freie Minute mit der Arbeit für sein Samenarchiv in seinen Gärten und Feldern. Und auch daheim wartet Arbeit auf ihn. Denn die geernteten Sorten müssen sortiert, gemessen, entkernt und archiviert werden. Und wenn er in der Tauschbörse neue Sorten zugeschickt bekommen hat, müssen natürlich auch diese wieder eingeordnet und bestimmt werden.
Gemeinschaftlich für den Erhalt der Sortenvielfalt
Gerhard Bohl bei der Arbeit auf einem seiner Felder


Viel Arbeit für den passionierten Pflanzenfreund. Doch Gerhard Bohl bekommt zum Glück auch viel Unterstützung. So hilft ihm nicht nur sein Sohn Lukas bei jeder Gelegenheit, sondern auch viele Gartenfreunde aus aller Welt, die bei sich zuhause verschiedene Sorten anbauen - damit nicht nur im privaten Samenarchiv Arten wie die kreuzungsgefährdete Feuerbohne, Amaranth oder verschiedene Kürbisvarianten sortenrein überleben können.

Trotzdem freut sich Gerhard Bohl natürlich immer sehr über jeden weiteren Hobbygärtner, der mithelfen mag, die ständig wachsende Arten- und Sortenvielfalt anzubauen und zu vermehren. Denn je mehr mitmachen, desto schneller werden auch die vielen, fast in Vergessenheit geratenen Sorten wieder bekannt.
Kontakt

SamenArchiv Gärtnerei
Gerhard Bohl / S. Kunstmann
Waldstr. 40
90596 Schwanstetten

Wer das 240-seitige Sortenbuch haben möchte, bekommt es gegen Vorkasse von 5,- Euro in Form von Briefmarken, Geldschein oder Scheck zugesandt. Die Portokosten sind darin enthalten.
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Exupéry

Großrollerfahrer aus Leidenschaft.
Die sinnlichste Art der schnellen Fortbewegung.
Mein Forum:www.tmaxforum.de

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