Keimfähigkeit überprüfen

Gewinnung, Lagerung, Keimfahigkeit u.ä. von Saatgut,

Moderator: Blütenmehr

Antworten
Blütenmehr
Beiträge: 22
Registriert: 30.01.2020, 22:14

Keimfähigkeit überprüfen

Beitrag von Blütenmehr »

Jetzt landen wieder die Saatgut-Kataloge in den Briefkästen und wenn es dann um den Jahreswechsel etwas ruhiger wird, planen Viele die Saatgutbestellung für die nächste Saison. Bevor ihr aber alles neu kauft, könnt ihr erst einmal Euren Saatgutbestand durchschauen, was überhaupt nötig ist. Falls ihr älteres Saatgut habt und ihr euch unsicher seid, ob es überhaupt noch keimt, könnt ihr mit ein paar Samen eine Keimprobe ansetzen.
Wer keine Petrischälchen zu Hause hat, benötigt kleinere Schraubgläser, Klopapier oder Küchenrolle und Wasser - das war's schon.
Das Papier wird ca. 3-lagig auf den Boden des Glases (oder der Petrischale) gelegt und mit Wasser befeuchtet. So, dass es gut feucht ist, aber kein Wasser im Glas stehen bleibt. Dann streut ihr ein paar Samen (da müsst ihr schauen, wie viel noch in eurem Tütchen ist und ob ihr nur 5, 10 oder 20 Samen entbehren wollt) auf das feuchte Papier und legt den Deckel oben aufs Glas. Nicht zuschrauben, das gammelt. Aber den Deckel auch nicht weglassen, sonst trocknet euer Keimtest zu schnell aus.
Wo ihr das Ganze hinstellt, hängt ein bisschen von der Art der Samen ab: alles Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Kürbisse, Gurken, Aubergine, Zucchini, Physalis usw.) mögen es gern warm. Dann empfiehlt es sich, die Gläser in einem geheizten Raum oben auf einen Schrank zu stellen oder sogar direkt über einen Ofen, wenn ihr die Möglichkeit habt. Fensterbretter sind für diese Samen meist zu kühl! Dann solltet ihr noch wissen, ob es Lichtkeimer sind, die sollten dann nicht in die dunkelste Ecke, das steht aber meist dabei. Alle ein bis zwei Tage müsst ihr kontrollieren, ob noch genug Feuchtigkeit da ist und bei Bedarf nachfeuchten, aber nicht ertränken! Immer beachten: feucht, aber nicht nass! Es muss auch Sauerstoff an die Samen gelangen können. Bei großen Samen wie Bete, Sonnenblume, Kürbis etc. empfiehlt es sich, noch eine zweite Papierschicht über die Samen zu legen, auch die muss feucht sein. Große Samen brauchen mehr Wasser zum Quellen, sonst sind sie nur von unten feucht und oben trocken - das gammelt. Nach ein bis zwei Wochen sind die meisten Samen gekeimt (Physalis braucht länger)
Bohnen und Erbsen sind noch ein Sonderfall. Dafür braucht ihr kein Papier. Ihr legt die Samen einfach in ein Glas, füllt mit Wasser auf und lasst sie 8-12 Stunden quellen. Dann wird das Wasser abgegossen und von da ab die Samen ca. zweimal am Tag durchgespült ( so, als wolltet ihr Sprossen zum Essen keimen lassen). Nach spätestens einer Woche sollten sie gekeimt haben.
Es gibt noch mehr Sonderfälle (Frostkeimer, frisches Saatgut etc.), aber die kann ich hier nicht alle aufzählen. Für die gängigsten Sorten funktioniert es so, wie oben beschrieben. Wenn ihr aber unsicher seid oder Fragen zu Eurem Saatgut habt, dann meldet Euch gern! Viel Spaß mit den Keimen so mitten in der Winterruhe wünscht Euch Alex
LathLeinad
Beiträge: 69
Registriert: 12.07.2014, 10:25

Re: Keimfähigkeit überprüfen

Beitrag von LathLeinad »

Danke für den Tipp!

Ich hab einzelne Samen oft einige Jahre, weil ich nicht so viele benötige, wie drin sind. Bisher hatte ich noch kaum Ausfälle. Ich teste das vorher nicht, sondern säe einfach. Wenn was nicht kommt, kommts nicht. Bei dem meisten Gemüsen ist mir das nicht wichtig.
Für Sorten die ich auf jeden Fall haben möchte, werde ich das mit dem Keimtest aber mal ausprobieren. (dieses Jahr zu spät gelesen, jetzt ist teilweise schon bestellt, bzw erfolgt die nächsten Tage, damit alles rechtzeitig kommt.

Eine Frage kam mir noch dazu: Kann man die gekeimten Bohnen dann wie Sprossen essen?

Viele Grüße,
Lath
Antworten