Erfahrungen mit der Vermehrung

Züchtungsfragen für private Nutzer
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forumadmin
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Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von forumadmin » 03.01.2007, 09:29

Vermehrung ist z.B.
- Stecklinge ziehen
- pfropfen
- Wurzelvermehrung (Knolle wie Kartoffel Sproß wie Zwiebel,Knoblauch etc)
- Vermehrung aus Saatgut

Jeder kann mal seine Erfahrungen dazu hier niderschreiben

LGLudwig

danle
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von danle » 26.05.2010, 14:43

Hallo!
Ich habe jetzt mehrfach versucht, Rosmarin zu vermehren - mit Stecklingen. Es will mir einfach nicht gelingen. Die Blätter werden braun, trocken und schimmeln, es bilden sich absolut keine Wurzeln.
Wasser wird gewechselt, die Gläser stehen am Fenster - sehr hell.
Kann mir jemand sagen, was ich falsch mache? Alle anderen Pflanzen, verschiedene Kräuter, Topfpflanzen, Gummibaum bekomme ich mühelos hin, aber nicht den Rosmarin.

Hat jemand einen Tip?

Herzliche Grüsse
Daniela

Harald Zimmermann
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von Harald Zimmermann » 27.05.2010, 19:10

Hallo Daniela,

ich habe auch noch nie Rosmarin aus Stecklingen gezogen.
Unter http://www.gartendatenbank.de/wiki/rosm ... fficinalis habe ich folgenden Eintrag gefunden:

Rosmarin Stecklinge bewurzeln meist am besten als Risslinge im Frühling, ca. März/April. Stecklingsvermehrung ist im Prinzip recht einfach aber auch ganzjährig möglich, meist auch in Wasser. Dauer bis zur Bewurzelung etwa 4 Wochen.

Vielleicht hilft Dir das weiter.
Gruß Harald
Harald Zimmermann
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danle
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von danle » 28.05.2010, 12:59

Nein, leider hilft mir das auch nicht weiter. Ich habe bereits diverse Stecklinge probiert. Einer nach dem anderen kommt ins Wasser. Aber es passiert nichts...... :(

Trotzdem Danke
Herzliche Grüsse
Daniela

Martin
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von Martin » 28.05.2010, 14:02

Hallo Daniela,

Mach doch die Stecklinge mal so, wie es Gärtner machen. Die stellen Stecklinge nicht zum Bewurzeln ins Wasser. Ich war ja 26 Jahre lang Gärtner und wir haben Stecklinge immer in nährstoffarmes Substrat gesteckt, früher Torf-Sand-Gemisch, später Aussaaterde, die ich auch privat immer für Stecklinge benutze. Angießen, Folie drüber, damit die Luft feucht bleibt, gleichmäßig feucht halten, aber nicht naß, damit sie nicht faulen. Feuchte Luft ist wichtig, denn in trockener Zimmerluft verdunsten Stecklinge zuviel Wasser, das sie mangels Wurzeln ja nicht richtig aufnehmen können. Das müsste eher funktionieren.

Liebe Grüße,

Martin

danle
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von danle » 28.05.2010, 16:54

O.k. Danke, das werde ich ausprobieren!

Grüsse
Daniela

forumadmin
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von forumadmin » 29.05.2010, 07:45

Ich habe es zwei mal versucht und hab jeweils 10 und 15 Stecklinge in Erde gesteckt und wie Martin sagt mit einer Plastiktüte drüber, gegossen hab ich von unten. Ich hab die Stecklinge vom vorjährigen Holz genommen. Es war glaub ich früher Sommer und die Töpfchen standen im Kaltgewächshaus. Es sind ca. die Hälfte der Stecklinge angegangen, also besser es mit mehr Stecklingen probieren. Ich hab auch schon mal Samen geerntet, aus denen ein Pflänzchen wuchs.
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susa
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von susa » 09.09.2013, 13:49

Der Thread ist ja schon etwas älter, aber ich fände es toll, Vermehrungs-Erfahrungen an einer Stelle zu finden.
Deshalb hier meine ersten Erfahrungen mit Dicken Bohnen:
Angebaut habe ich letztes Jahr die Sorte Imperial Green Longpod, und die fand ich so lecker+ertragreich, dass ich sie vermehren wollte.
Bei der Vermehrung habe ich selektiert nach den reichtragendsten und bestaussehenden Pflanzen. Ich hatte ca. 10 Samenträger bei insgesamt ca. 25 Pflanzen. Die Samen habe ich dann noch mal unterteilt in "die schönsten + größten" und "die übrigen" und getrennt ausgesät.
Bei der Pflanzenqualität gab es dieses Jahr kaum Unterschiede, es lag vielleicht am Wetter, es war ein Dicke-Bohnen-Jahr nach meinem Geschmack, jedenfalls hier an der Westküste.
Dieses Jahr habe ich einfach bei den besten Pflanzen die beiden unteren Hülsen ausreifen lassen. Ha, und nächstes Jahr kann ich noch mehr dicke Bohnen säen, da freu ich mich jetzt schon drauf ;-)

Von Markerbsen und Palerbsen ernte ich dieses Jahr erstmalig Saatgut, Zuckererbsen sollen noch drankommen. Jetzt habe ich im Forum gelesen, dass insbesondere bei Zuckererbsen Einkreuzungen möglich sind. Wie viel Abstand brauchen denn die Zuckererbsen zu anderen Erbsen, damit Kreuzungen vermieden werden?
Grüße von der Westküste,
Christiane

Harald Zimmermann
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von Harald Zimmermann » 09.09.2013, 19:34

[quote="susa"]
Von Markerbsen und Palerbsen ernte ich dieses Jahr erstmalig Saatgut, Zuckererbsen sollen noch drankommen. Jetzt habe ich im Forum gelesen, dass insbesondere bei Zuckererbsen Einkreuzungen möglich sind. Wie viel Abstand brauchen denn die Zuckererbsen zu anderen Erbsen, damit Kreuzungen vermieden werden?[/quote]

Hallo Susa,
mein Artikel bezieht sich sowohl auf die Selektion von Erbsen, als auch auf Deine Art der Selektion, die Du im vorigen Absatz geschildert hast.

Bei Palerbsen habe ich folgende Erfahrung gemacht; Es war die Sorte Allerfrüheste Mai von Dreschflegel:
Ich habe über mehrere Jahre selektiert, in dem ich die schönsten und reichtragendsten Erbsenhülsen bezogen auf die gesamte Anbaulänge mit einem roten Wollfaden kenntlich gemacht habe. Die durfte man dann nicht essen. Das gab am Anfang sogar Streit in der Familie.
Gesagt getan, ich habe jedes Jahr die schönsten Erbsen sowohl von unten, als auch in der Mitte, als auch von oben an den Pflanzen geerntet, Dabei habe ich aber die senkrechte Ernte nicht von jeweils einer Pflanze geholt, sondern immer nur da, wo sie am schönsten waren.
Der Erfolg war, dass meine Tochter eines Tages kam und sagte: Papa, Du solltest vielleicht mal wieder neues Saatgut kaufen. Die hier sind übehaupt nicht mehr süß.
Paah, was war das? Lange Rede kurzer Sinn, sie hatte recht.
Mein Fehler war, dass ich nicht die gesamte Pflanze begutachtet hatte, sondern nur die Hülsen nach ganz bestimmten Kriterien ausgewählt hatte.
Deshalb sollte man die Saatgut-Erbsen 20 cm auseinander setzen (laut Handbuch Samengärtnerei) und jeweils die gesamte Pflanze beernten, die einen guten Gesamteindruck macht.
Ich hatte dies heuer so gemacht und kurz bevor ich ernten wollte, hat der Hagel alles kaputt gemacht.

LG Harald aus Betra
Harald Zimmermann
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forumadmin
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von forumadmin » 10.09.2013, 15:11

Hallo
Leguminosen gelten als Selbstbefruchter, aber es kommen immer mal wieder Fremdbefruchtungen vor, wenn es mal ein Insekt in die Blüte schafft. Lediglich die Feuerbohne ist reiner Fremdbefruchter und die Puffbohne ist zu 50% Fremdbefruchter.

Bei den Zuckererbsen ist die Fremdbefruchtung nur deshalb besonders ärgerlich, weil eine Zuckererbse, die von Erbsen mit Innenhaut befruchtet wurden, halt die zähe Innenhaut erhält.

Züchtung liefert vor allem bei Fremdbefruchungen Ergebnisse, da hier ein genetischer Austausch stattfindet und deshalb Veränderung von Eigenschaften passiert. Bei Selbstbefruchtern bleiben die genetischen Eigenschaften gleich. Allerdings habe auch ich Veränderungen erlebt, aber nur sehr langsam und langfristig. Bei der Länge und der Anzahl der Körner pro Hülse habe ich bei meinen Zuckererbsen und auch bei der Speiseplatterbse schon Veränderungen gesehen.

LGLudwig

Schattenlieb
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Re: Erfahrungen mit der Vermehrung

Beitrag von Schattenlieb » 19.09.2013, 19:38

Um nochmal auf den Rosmarin zu kommen:
Am Besten man steckt ihn im Frühling in nährstoffarmes Substrat, wie bereits beschrieben. Die Stecklinge sollten von diesen Jahr sein, etwa 3 cm lang und bis zu einem Drittel im Substrat stecken.
Ich habe mal ein Praktikum bei einem Gärtner gemacht, daher die Erfahrung. Hat immer gut funktioniert.

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