(Winter-) Kürbis

Züchtungsfragen für private Nutzer
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Cordula
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(Winter-) Kürbis

Beitrag von Cordula » 30.03.2007, 16:10

Da stand ich heute und habe versucht, meine Kürbissamenernte zu organisieren- ich werde es wohl auf zwei Jahre aufteilen und zusätzlich noch mit Gazetütchen arbeiten, die ich über die Blüten stülpe. Schaun wir mal, ob das so funktioniert, wie es beschrieben wird. Und dann tauchten noch weitere Fragen auf:

Cyklanthere wird als "Kürbis" bezeichnete, der lateinische Name hat aber nix mit Cucurbita o.ä. zu tun. Kreuzungsgefahr? Wenn ja, mit welchen Sorten?

Engelshaar: Ist ein Cucurbita, aber mit wem oder was besteht Kreuzungsgefahr?

Und zum Schluß: Ich habe drei F1- Cucurbita. Ist die Kreuzungsgefahr bei denen genauso hoch wie bei Nichthybriden? Will sagen, wenn das Bienchen erst bei der F1 war und dann zum Nichthybriden weiterfliegt, findet dann eine Kreuzung statt? Oder sind die Pollen so degeneriert, daß nichts passiert?

Wer weiß was?

forumadmin
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Beitrag von forumadmin » 03.04.2007, 11:40

hallo Cordula -
Cyclanthera und Flaschenkürbis gehören nicht zu den Cucurbita und kreuzen daher nicht mit diesen, aber auch innerhalb der Cucurbita gibt es Gruppen, die nicht mitweinander kreuzen.

Engelhaar heißt das Produkt und nicht die Kürbissorte - im Dreschflegel-Rezept wird der "ficifolia"-Kürbis verwendet, der kreuzt sich nicht mit anderen Kürbissorten, da diese meist "maxima-" oder "pepo"-Kürbisse sind.

Cucurbita heißt der Hauptname der Kürbisse und davon gibt es 4 Gruppen
- Maxima
- Pepo
- Moschata
- und Ficifolia

Diese vier Gruppen kreuzen nicht miteinander sondern sie kreuzen nur innerhalb einer Gruppe.

Also die Maxima-Sorten Roter oder gelber Zentner kreuzen mit den anderen Maximasorten Drachenkürbis, Hokkaido, und Karneol

Die Pepo-Sorte Lady Milford kreuzt mit UFO-Patisson, Vegetable Spaghetti, Halloween-Kürbis, Gleisdorfer Ölkürbis, Goldapfel, Zierkürbis grün-gelb und mit allen Zucchinis.

Der Moschata-Kürbis Futsu Black kreuzt mit Kürbis Butternut und Napolitaner

Auch F1-Hybriden kreuzen innerhalb der Gruppe, man sollte sie nicht zusammen in einem Garten haben.

LGLudwig

doris
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Beitrag von doris » 03.04.2007, 11:48

Hallo Cordula,

leider kann ich Dir keine Antwort geben, aber mir geht es ähnlich, auch ich möchte in diesem Jahr mehrere Kürbissorten anbauen, und möchte/muß mit künstlicher Bestäubung arbeiten, schon aus dem Grund weil auch unsere Nachbarn die letzten Jahre immer Kürbisse im Garten hatten.

Ich möchte mich deshalb noch mit einer Frage anschließen. (und hoffe Du hast nichts dagegen.)

Welches Material verwendet man am besten und sollte man sich daraus richtige Tüten nähen oder einfach nur quadratische Tücher zuschneiden die man hinten mit Pflanzdraht zusammenbindet und vor allem wie groß sollten diese Tüten sein, soll die Blüte genau soviel Platz bekommen damit sie sich gerade entfalten kann oder sollte man sie lieber doppelt so groß machen?
Vielleicht hat ja damit schon jemand Erfahrungen gesammelt.

Liebe Grüße
Doris

forumadmin
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Beitrag von forumadmin » 03.04.2007, 12:01

hallo Doris meine Antwort oben hast du sicher schon gelesen - die Bestäubung per Hand erfordert schon etwas Übung - u.U. macht man sie zu früh oder zu spät - man muss halt erst mal ein paar weibliche Blüten beobachten um zu sehen, wann genau die Blüten aufgehen, um dann abschätzen zu können, wann die Blüte in der Tüte aufgeht. Die Tüte sollte nicht zu klein sein, aber sie muss auch nicht riesig sein - wichtig ist, dass es ein festes etwas dickeres Papier ist, damit sie auch mal einen Regenschauer übersteht, die typischen Brötchentüten wären wohl zu dünn, ich benutze feste braune Tüten mit ca 200 - 500 ml Volumen. Bioläden haben meist solche Tüten, da kann man ja mal nachfragen. Tuchbeutel würde ich nicht benutzen, ich bin mir nicht sicher wie gut Pollen-dicht die sind.
LGLudwig

Cordula
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Beitrag von Cordula » 03.04.2007, 12:43

Danke erstmal für die Antworten, nun bin ich etwas schlauer.

Was das Bestäuben per Hand angeht, so soll das angeblich garkein so großes Drama sein. Ob die Pollen durch das Gazetuch durchgehen? Grübel. Vielleicht hast Du Recht... aber dunkle Tüten sind auch nicht so toll. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren.

In einer Anleitung habe ich gelesen, daß man die Blüten aus zusammenkleben- oder binden kann, davon halte ich aber nichts. Wie soll ich dann wissen, ob sich die Blüte öffnet?

Nach der Bestäubung muß die Tüte noch fünf Tage umgebunden bleiben, danach ist die Blüte unfruchtbar.

doris
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Beitrag von doris » 05.04.2007, 11:52

Vielen Dank für die Antworten, auf dunkle Papiertüten wäre ich jetzt nicht gekommen da ich dachte die Blüte bräuchte Licht um sich zu entfalten. Werde mir auf alle Fälle solche Tüten besorgen.

Die Blüten werde ich auch beobachten, ich hatte eh nicht vor alle Blüten zu verpacken denn schließlich sollen die Bienen und Hummeln ja auch noch was haben.

Ich werde wohl aber zur Sicherheit in diesem Jahr erst mal nur je eine Sorte aus den Gruppen Maxima, Pepo und Moschata pflanzen zum testen wie das mit der künstlichen Bestäubung funktioniert, klappt es nicht habe ich trotzdem leckere Kürbisse und kann wieder Samen gewinnen. Außerdem werde ich noch mit den Nachbarn sprechen ob und wenn ja welche Sorte sie Pflanzen, danach treffe ich dann meine Auswahl.

Wenn es so weit ist kann ich Euch gerne von Erfolg oder Misserfolg berichten.

Liebe Grüße und ein Frohes Osterfest
Doris

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