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Tomaten

Verfasst: 16.08.2007, 16:49
von Gartenbeet
1. Veredelung:
Ich habe im TV gesehen, daß Tomaten mit speziellen Clips auf Unterlagen (unterhalb der untersten Blätter) veredelt wurden, um bessere Eigenschaften zu bekommen.

Ist dies auch sinnvoll bei Biotomaten? Z.B. Tomaten auf Wildtomaten veredeln für bessere Resistenz gegen Kraufäule, Regenfestigkeit oder stärkeres Wachstum ?

2. Haltbarkeit
Wie lange halten sich Tomatensamen etc., wenn man nicht alles Saatgut im ersten Jahr verbraucht ?

Vielleicht könnte man im Online-Schop die geschätzte Keimfähigkeit von Saatgut angeben, um einen Anhaltspunkt zu haben, ob man das Saatgut i.d.R. auch im Folgejahr noch verwenden kann.

3. Resistenz
Lassen sich Wildtomaten auch im Haus (z.B. als Ampelpflanze) halten, da sie bessere Resistenzeigenschaften haben?

Gartenbeet :roll:

Verfasst: 18.08.2007, 09:54
von forumadmin
Hallo Gartenbeet - ich hoffe ich kann deine Fragen zu deiner Zufriedenheit beantworten
zu 1. das Veredeln ist auch bei Tomaten möglich, aber die Eigenschaften der Wurzelpflanze geht nicht auf die aufgepfropfte Pflanze über - z.B. wird die aufgepfropfte Pflanze nicht resistent gegen Phytophtora, wenn die Schaderreger über die Wurzel in die Pflanze kämen wie bei der Reb-Veredelung, dann hätte das Veredeln einen Sinn. Auch die Wüchsigkeit der Wurzeln kann man nutzen für die aufgepfropften Pflanzen wie man es bei den Gurken mit Kürbisunterlage macht. Bei den Tomaten könnte man höchstens ein wenig weiter oben auf Wildtomaten pfropfen um die Übertragung der Pilze mit dem Spritzwasser zu verhindern.

zu 2. Die Haltbarkeit der Samen hängt von vielen Faktoren ab, die nicht alle der Züchter beeinflussen kann. Je nach dem wie dei Pflanze wächst, wie gesund die Samentragende Pflanze ist, wie die Samen geerntet werden, z.B. wie viele Pilzsporen sich auf dem Samen befinden - haben sie unterschiedlich lange Haltbarkeiten - dann kommt noch die Lagerung beim Verbraucher dazu - Samen verderben schneller wenn sie feucht oder zu warm gelagert werden, deswegen können die Züchter keine Garantie für die Länge der Keimfähigkeit in jahren angeben. Aber es gibt natürlich Unterschiede bei den verschiedenen Kulturen. Eine Liste aus dem Buch von Bernwart Geier ist da hilfreich - im Versand liegen noch einige davon, die kann man sich erbeten. Grundsätzlich gilt, dass fetthaltige Samen etwas länger halten wie z.B. die Kreuzblütler wie Kohle, Radieschen, Rettiche, Herbst- und Mairüben - die können bis zu 10 Jahre keimfähig bleiben, aber das ist auch schon das Maximum bei möglicher Keimfähigkeit. Ausnahmen gibt es aber immer wieder - es hat mich total überrascht, dass z.B. von Wild-Tomaten-Samen die ich 1994 erntete, die ich dieses Frühjahr gesät hatte, immer noch ein paar gekeimt sind. Erbsen halten auch einige Jahre so 6-8. Möhren und Bohnen ein paar Jahre, aber 4 Jahre ist schon viel - Korbblüler wie Schwarzwurzel und Haferwurz halten nicht sehr lange vllt 2 Jahre maximal 3.

zu 3. - ich glaube nicht dass sich die Tomaten im Haus wohlfühlen würden, aber du kannst es ja mal versuchen und uns berichten.

LGLudwig

Verfasst: 17.01.2008, 19:50
von chrissi2007
hallo ihr Lieben
hier eine kurze Antwort zur Tomaten haltung in der Wohnung!
Die pflanze bekommt viele schöne blätter und keine Krautfäule auch Blüten aber keine Früchte, da sich die Bienen in der Wohnung nicht wohl fühlen .


Gruß Chris

Verfasst: 18.01.2008, 08:03
von forumadmin
Chrissi
Die pflanze bekommt viele schöne blätter und keine Krautfäule auch Blüten aber keine Früchte, da sich die Bienen in der Wohnung nicht wohl fühlen .
Da Tomaten Selbstbefruchter sind, sind sie nicht angewiesen auf Insektenbestäubung. Wenn im Haus (was auch das Gewächshaus betrifft) keine Früchte entstehen wird das eher daran liegen, dass dadurch dass die Pflanzen völlig regungslos dastehen, keine Pollen auf den Stempel fallen. Dafür ist es wichtig, die Pflanzen oder Blütenstände jeden Tag etwas zu schütteln, im Freien übernimmt das der Wind. LGLudwig

Verfasst: 18.01.2008, 14:35
von chrissi2007
peinlich ,peinlich wie konnte ich das vergessen! Muss das Alter sein , oder liegt am Wetter oder,oder ,........ peinlich :oops:

Verfasst: 18.01.2008, 14:49
von forumadmin
Hi Chrissi - wir sollten hier im Forum weder uns selbst noch andere "fertig" machen - keiner kann alles wissen und wir sollten weder uns noch anderen Vorhaltungen machen - alles ist oke - auch ich weiß nicht alles - und ich wollte mit der zusätzlichen Information nur etwas dazu beitragen und nicht dein Unwissen vorführen. Entschuldige wenn es so ankam.
LGLudwig

Verfasst: 18.01.2008, 15:27
von chrissi2007
Kamm natürlich nicht so an !!! Musste mich selbst belächeln . ich glaube bei der Vielfalt an Arten kann man nicht ständig an alles denken und kommt manchmal erst dahinter wenn es Akut wird !
danke für deine Antwort und weiter so . Dafür ist das Forum schließlich da !

Gut das es euch gibt und hier Anregungen und Lösungen zu Tage kommen ! :wink:

Verfasst: 18.02.2008, 14:44
von kalli
Seit dem Jahr 2000 wohnen wir nördlich von Berlin in der Gemeinde Wandlitz. Seit dieser Zeit beschäftige ich mich mit dem Anbau von Tomaten.
Die Pflanzen ziehe ich aus Samen verschiedener Herkunft und probiere immer wieder neue Sorten aus ( Dreschflegel ist auch dabei -aber auch Samen aus Süd- und Nordamerika und Russland ).
Um dem Befall von bestimmten Fäulnisarten entgegen zu wirken, ziehe ich die Pflanzen in ca 30 Liter Kunststoff –Kübeln, die an der südwestlichen Hauswand geschützt unter einem 60 cm Dachüberstand stehen. Da passen so 40 Kübel hin. Befüllt werden sie jährlich neu mit Kompost aus eigenem Aufkommen und Zukauf.
Damit habe ich bisher ganz zufriedenstellende Ergebnisse erreicht.
Nicht so zufrieden bin ich mit der Aufzucht. Wahrscheinlich mangels einer leistungsfähigen Beleuchtung werden die Pflänzchen immer etwas zu lang und der Stengel zu dünn.
Seit dem vorigen Jahr habe ich ein Gewächshaus. Dort gedeihen die Pflanzen nach dem Pikieren etwas besser und sind beim Auspflanzen deutlich kräftiger.
Ich habe im vergangenen Jahr auch erstmals im Gewächshaus Tomaten angebaut. Das Ergebnis war etwas enttäuschend.
Als wahrscheinliche Fehler vermute ich zu viele Pflanzen und zu eng gepflanzt. Der Wuchs ist im Gewächshaus doch etwas üppiger. Zum anderen bin ich aufgrund der beruflichen Tätigkeit wohl nicht zum ausreichenden Lüften gekommen. Die Automatik an Tür und 2 Fenstern reicht wohl nicht ganz aus.
Nun habe ich das Problem des Reinigens der Gewächshausfenster. Da kleben jetzt verrottete Blattreste dran. Ist die Reinigung mit einem Spülmittel für die Bodenlebewesen sehr schädlich?

Verfasst: 18.02.2008, 18:39
von forumadmin
Hallo Kalli - meine Gewächshausfenster sind jedes Jahr auch voll von Pflanzenresten sowie eine grüne Algenschicht - die wasche ich mit einem harten Schwamm, ner Bürste und warmem Wasse ab, interessanterweise sind diese grünen Algen im Gewächshaus mehr innen beim Folientunnel mehr außen. LGLudwig

Verfasst: 18.02.2008, 20:25
von stockheim
zu 3.

da ich den geschmack des sommers hin und wieder auch im winter kosten wollte, habe ich vor einiger zeit angefangen, die für den schnellen küchengebrauch auf dem balkon und der terrasse in kübeln angebauten tomaten vor dem frost ins haus auf die fensterbank zu holen. diese habe ich, wenn nötig, bis zu einem mir gefälligen blattansatz zurückgeschnitten, damit die pflanze sich an dem neuen standort besser „einwachsen“ kann. ein substratwechsel ( umtopfen ) kann für die pflanzen unter umständen sinnvoll sein und direkt zu beginn der saison des fensterbank-gartens aufgestellte gelbfallen bieten z.b. trauermücken wenig zeit, sich auszubreiten. wenn man dann noch auf eine ausgewogene versorgung mit nährstoffen achtet, die pflanzen in blüte regelmäßig vorsichtig schüttelt oder für luftbewegung sorgt und genügend licht und wärme bieten kann, ist die ernte durchaus beträchtlich. bei mir funktioniert es mit fleischtomaten, salattomaten, cocktail-/ cherrytomaten und wildtomaten ganz gut. insbesondere die wildtomaten, ob hängend oder gestützt, bieten fast jeden tag reife früchte.
ist die frostgefahr im neuen jahr gebannt, geht es wieder auf die terrasse und den balkon. falls die gesundheit der pflanzen mitspielt, kann das so über mehrere jahre gehen ( bei mir ist der ein oder andere veteran bereits im vierten jahr im winter drinnen ). gemüsepaprika ist da schon ein wenig störrischer ( zumindest bei mir ).

gruß aus dem münsterland

Verfasst: 14.04.2008, 10:05
von Kaktus
Kennt das jemand von euch?:
Bei den Tomatenpflänzchen, die ich aus eigenem Samen angebaut habe und wo ich heute die Pflanzen pikiere, sind einige dabei, die haben keine typischen gewellten (ein anderes Wort fällt mir dazu im Moment nicht ein) Blätter. Die Keimblätter sind wie die anderen auch, nur die ersten richtigen Blätter sind an den Rändern glatt, wie die Keimblätter. Normal ist doch bei Tomaten der gezackte, gewellte Rand.
Was sind denn das für Pflänzchen?
Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt und hoffe, es weiß jemand Rat.

Verfasst: 14.04.2008, 12:22
von forumadmin
Hi kaktus - wenn sich die Blättchen am Rand nach innen unten einrollen ist das ein Virus, der aber das Wachstum nicht beeinträchtigt.

Wenn du die Formung des Blattes meinst, da gibt je nach Sorten unterschiedlich starke Fiederung - manche sind kaum gefidert, also einzelnes ungeteiltes Blatt oder aber starke Fiederung -viele Blättchen, dann gibt es noch die Kartoffelblättrigen, die sehr feste etwas blasige Struktur haben.

Sollte zweiteres zutreffen, dann sind die Samen wohl Kreuzungsprodukte

LGLudwig

Verfasst: 14.04.2008, 19:35
von Kaktus
Ja, ich hatte die Formung des Blattes gemeint, ich wußte nicht, wie ich es ausdrücken sollte. Die Blätter sind ungefidert, wie du es nennst und haben eine Herzform. Dann sind das wohl Kreuzungsprodukte.
Ich habe diese Pflänzchen heute aber aussortiert und nur die gefiderten pikiert. Weißt du denn, ob daraus eine "normale" Tomatenpflanze geworden wäre? Ich hätte eines davon aufheben sollen :x . Mich hätte schon interessiert, was diese Pflanze an Früchten hervorgebracht hätte.

Verfasst: 15.04.2008, 07:11
von forumadmin
Hallo kaktus - ich geh mal davon aus, dass das ganz normale Tomaten geworden wären, halt irgendwie anders (in der Form, Farbe, Reifezeit, Anzahl und Größe der Früchte etc.) LGLudwig

Verfasst: 15.04.2008, 07:48
von Kaktus
So, jetzt habe ich gerade vom Kompost ein solches Tomatenpflänzchen wieder herausgeholt, es hat sehr gut überlebt 8). Das bemerkenwerte daran ist, dass diese ungefiederten Pflänzchen die größten und stärksten von allen waren. Ich habe es gerade wieder eingepflanzt. Na, da bin ich gespannt, was daraus wird. :D :D