Dicke Bohnen

Hier geht es um Anbaumethoden und Tipps bei Anbauproblemen
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Selbstversorger
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Dicke Bohnen

Beitrag von Selbstversorger » 13.07.2018, 19:22

Grüß Gott,

das Thema würde eigentlich in mehrere Foren passen, aber da es grundsätzlich um den Anbau geht habe ich es hierher geschrieben.
Ich probiere als Vorkultur Dicke Bohnen & Erbsen/Salat anzubauen um dann im Anschluß eine Spätkohlsorte zu kultivieren.
Ich habe mich für die Dicke Bohne Hunsrück entschieden und konnte diese leider erst ab Mai aufgrund diverser Umstände anbauen. Ich lebe im Norden Bayerns am Rande des Fichtelgebirges.

Bei der Sorte ist mir bei der Ernte aufgefallen,dass neben der üblichen schwarten Blattlaus fast alle Bohnen mit dicken kurzen weißen Würmern befallen waren. Ich vermute dies kann man meiner späten Aussat liegen.
Grundsätzlich würde ich gerne E Feb / A M aussähen.
Welche Sorte kann man dafür empfehlen und welche Erbsensorte würde sich als Partner für einer frühe Aussat eignen ? Am besten nur Sorten die auf dieser Seite erhältlich sind.

Ich habe mir auch Gedanken zur Saatgutvermehrung und der Ernte gemacht. Man soll die Bohnen ja an der Pflanze belassen bis die Schoten schwarz geworden sind - aber aufgrund der Schädlinge denke ich macht es Sinn die Bohnen früher zu ernten und diese noch nachzutrocken. Für die Ernte & Lagerung sehe ich keine Probleme aber für die Saatgutgewinnung weiß ich nicht ob dies zu negativen Einflüssen führt.

Muß bei der Saatgutgewinnung & Nachtrocknung zur Ernte die Keimschutzschicht entfernt werden wie beim Essen oder kann man diese an der Bohne lassen ?

Mein Ziel ist es wie gesagt eine Mischkultur mit Salat/Dicken Bohnen / Erbsen zu erstellen welche bis spätestens Mitte Juni das Feld frei machen für Spätkohlsorten.

MfG & Gottes Segen
Christian Müller

forumadmin
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Re: Dicke Bohnen

Beitrag von forumadmin » 22.07.2018, 08:29

Hallo Christian
Frühe Aussaat ist anzuraten, da dann die Hauptwachstumszeit in eine kühle Periode fällt, die der Puffbohne besser gefällt. Deshalb findet der Anbau der Puffbohnen in den Ländern um das Mittelmeer herum im Winter statt. Die Läuse befallen die Pflanzen, wenn es wärmer wird. Da wir in Deutschland immer früher mit heißen trockenen Phasen rechnen müssen, wird dieses Problem größer werden. Allerdings sind in einem Bio-garten auch genügend Marienkäfer unterweg, die dann gut zu fressen haben und in 2-3 Wochen alle Läuse vertilgt haben.
Von daher ist die Laus kein Problem. Schon eher der Bohnenkäfer, der im Garten immer wieder die Bohnen befällt. Da ist eine Anbauphase von 2-3 Jahren anzuraten, oder ein Netz drüberzuspannen. Wenn man die Bohnen als Trockenbohne essen will, ist der Käfer nicht so schlimm, da er die Bohne bei der Reifung verlässt. Auch als Saatgut kann man diese gelöcherten Bohnen nutzen, da dieser Käfer nur ein Loch und den nicht in den Keimling macht. Die Larven kann man sehr gut abtöten, wenn man die Bohnen für eine Zeit einfriert.

Frühere Ernte der Bohnen mit Nachtrockung ist nicht anzuraten, da die Bohnen dann nicht mehr so gut keimfähig sind. Sie sollten als Saatgut an der Pflanze ausgereift sein. Das heißt dann aber, dass man etwas länger warten muss. Das abräumen der Beete für einen weiteren Anbau auf dieser Fläche verschiebt sich dann in den Juli (Mitte bis Ende). Für vorgezogenen Rosen- oder Grünkohl reicht es dann noch, auch Herbstrüben kann man dann noch gut anbauen.

LGLudwig

Selbstversorger
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Re: Dicke Bohnen

Beitrag von Selbstversorger » 23.07.2018, 09:06

Grüß Gott,

Vielen Dank erstmal für Ihre Antwort.
ja das mit den Läusen und den Marienkäufern stimmt ich hatte dieses Jahr eine derart enorme Menge das alle Läuse sehr schnell verschwunden waren. Ich baue insgesamt 4-5 Bohnensorten Stangen,Busch,Trockenbohnen von dieser Seite auf zwei kleinen Feldern in Mischkultur an. Die Bohne ist ja ein enormer Eiweißslieferant.

Weshalb ich zwar nie auf der gleichen Fläche anbaue aber der Isolierabstand wird trotzdem etwas zu gering werden um dort professionell Saatgut zu züchten. Ich denke da ist dann wirklich wenn man genügend Vorrat geerntet hat eine Anbaubause sehr hilfreich.

Danke für Ihre Ratschläge - Eine Frage hätte ich noch welche auf dieser Seite verfügbare Sorte hält denn die tiefsten temperaturen aus. Ich habe gelesen Puffbohnen können bis zu -5/-8 Grad maximal ertragen. Ich hab die Puffbohne Hunsrück jetzts erstmal genommen weil ich mir dachte aufgrund des Namens könnte diese die Kälte vielleicht am besten verkraften. Ich würde mich spontan wieder für diese Bohne entscheiden.

Bei mir hat die Gurkebvermehrung extrem gut funktioniert. Ich nutze die Sorte Salatgurke Sensation. Das Saatgut keim hervorsagend wenn man es richtig betreibt. Ich habe mir auf dieser Seite das Buch
"Handbuch Samengärtnerei" gekauft und die Schritte befolgt.

Mich würde interessieren, da dieses jahr aufgrund von Wetterbedingungen, fast alle Gurken schnell bitte geworden sind dachte ich mir diese Gurken nur zur Saatgutgewinnung zu nutzen. Ich denke dies wird kein Problem darstellen da ja die Bitterstoffe wegen dem trockenen heißen Wetter entstanden sind und nicht wegen der Pflanze.

Mfg & Gottes Segen
Christian Müller

forumadmin
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Re: Dicke Bohnen

Beitrag von forumadmin » 23.07.2018, 18:31

Hallo
Ja die Bitterkeit in Gurken ist ein Problem. Obwohl ich in diesem Jahr bisher noch keine bittere dabei hatte. Ich hatte Stichproben gemacht. Ich hatte dieses Jahr überhaupt nicht gegossen. Eigentlich unmöglich, da die Pflanzen ganz sicher Stress wegen Hitze und Trockenheit hatten, aber vielleicht wär das ja mal einen Vergleichsanbau wert. Die Eigenschaft, bitter zu werden ist in allen alten Gurken vorhanden und kann auftreten. Allerdings bauen sich die Bitterstoffe auch wieder ab, wenn die Früchte reifen.
LGLUdwig

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