Umgraben - ja oder nein

Hier geht es um Anbaumethoden und Tipps bei Anbauproblemen

Moderator: Blütenmehr

mieze
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Beitrag von mieze »

das Kreuz mit dem Kreuz ist wohl eines der Hauptargumente fürs Mulchen.
Meine Wege sind in den letzten Jahren so breit geworden, daß ich, ohne mit den Füssen im nächsten Beet Flurschaden anzurichten, auf knieen arbeiten kann. So läßt es sich aber eben nicht graben. Also habe ich mir etliche Bücher über Mulchgarten, Mulch total und Permakultur besorgt.
Aber ist eben noch Theorie, mit der Praxis hab ich letzten Sommer erstmal zaghaft angefangen. Permakultur fasziniert mich schon länger, eigentlich, seit ich im Fernsehen mal einen Bericht von und über den AgrarRebell Sepp Holzer im Salzburger Land gesehen hab. Da wurde mir klar, daß ich etliche Dinge aus Überlieferung und Gewohnheit tue, aber nicht wirklich reflektiere, was ich da mache.
Aber gerade das Mulchen scheint bei uns wirklich noch nicht sehr weit verbreitet zu sein, denn praktische Tipps in Korrelation mit dem notwendigen Hintergrundwissen sind eigentlich noch eher spärlich. Und ich fang ausgerechnet im Schneckenjahr 2007 mit Mulchen an. Jetzt steh ich halt doch noch am Anfang, jedenfalls was die Schnecken angeht. Aber ich hab viel über ihr Verhalten und ihre Unverträglichkeiten dazugelernt. So wurde mir von einem Gärtner erzählt, Schnecken haben einen 9Stunden-Rhythmus. Also ein und die selbe Schnecke kann ich alle neun Stunden sehen; eine Stunde später ist es Bruder oder Schwester. Mein nächtliches Absammeln hat sich daraufhin im Stundenrhythmus abgespielt. Ich war auch extrem erfolgreich. Hätte glatt die Nackschnecke zur Delikatesse erklären sollen, dann wäre ich letzten Sommer reich geworden. 20 Schnecken pro Salatkopf war die Regel! :evil: Und von den Amseln habe ich gelernt, daß sich der Schleim am ehesten mit Erde entfernen läßt, die Kerlchen scheuern die Schnecken regelrecht auf dem Boden. Also hab ich meine Hand angefeuchtet, inSteinmehl gewendet und siehe da, ich konnte auch die kleinsten Schnecken, die man mit Handschuh schier nicht fassen kann, ohne Glibber absammeln.
Jetzt hoffe ich, daß ich in diesem Jahr das Mulchen soweit vorantreiben kann, daß ich in meiner Südhanglage, die Bewässerung weitgehendst reduzieren kann, wie auch den persönlichen Einsatz in Sachen "Un"-Kraut.

Grüßle Uli
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Exupéry

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liaam
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Beitrag von liaam »

Schnecken sind natürlich schon ein leidiges Thema, zumal bei uns hinter den Gärten die freie Landschaft beginnt...

Wir haben unseren Garten auf drei Seiten durch einen Schneckenzaun "gesichert", das sind ganz einfache Edelstahlbleche, die nach außen um 45° nach unten abgekantet sind. Die Schnecken können da nicht drüber, wenn man das bewuchsfrei hält.

An der Gartengrenzen habe ich die fest installiert und die Ecken verschweißt bzw. vernietet, für den internen Gebrauch (z.B. um ein Salatbeet) habe ich einige Meterstücke, die ich dann einfach in die Erde stecke - einziges Problem sind die Ecken, da muß man halt etwas sorgsam sein.

War nicht ganz billig, aber ich komme ursprünglich aus der Branche und hatte da gute Kontakte zu Lieferanten und Industrieblechnern.


...und trotzdem haben wir Schnecken, es sind noch immer welche im Garten, die vorher schon da waren (bzw. deren Nachkommen), aber durch das Absammeln und "Aussperren" ( ich schmeiß die einfach außerhalb des Schneckenzaunes auf die Wiese), werden es merklich von Jahr zu Jahr weniger, so habe ich im ganzen letzen Jahr insgesamt weniger als 100 Schnecken abtransportiert.
Rote Schnecken sind fast gar keine mehr, fast nur noch die dunklen, getigerten...

lg. GeO

Kaktus
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Beitrag von Kaktus »

So ein Schneckenzaun ist schon was feines. Auch ich überlege mir schon länger, so einen zu bauen, vor allem seit dem letzten Schnecken-Sommer.
Mal sehen, wie das finanziell und arbeitsmäßig realisierbar ist.

mieze
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Beitrag von mieze »

Den ganzen Garten: das verkneif ich mir lieber. Da könnt ich lang für beim Bioland-Bauern einkaufen! Wir haben 1200 qm Grundstück, das auch noch in relativ steiler Hanglage, bereits schon teilweise in Stufen abgefangen und unglaublich viel Sträucher und Bäume im obersten Bereich.

Im Gemüsegarten hab ich an der Seite, wo es hangaufwärts zu den Sträuchern geht, solch einen Schneckenzaun. Aber bei der Vegetationsfreudigkeit, die bei uns herrscht, verpenn ich dauernd das freiputzen des Bleches. Also eigentlich für die Katz :evil:

Nun, ich probier es jetzt mal mit forciertem NIEM-Angriff und Steinmehl, sowie dem richtigen Mulch. Ich werd euch auf dem laufenden halten.

Grüssle Uli
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liaam
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Beitrag von liaam »

Kaktus hat geschrieben:So ein Schneckenzaun ist schon was feines. Auch ich überlege mir schon länger, so einen zu bauen, vor allem seit dem letzten Schnecken-Sommer.
Mal sehen, wie das finanziell und arbeitsmäßig realisierbar ist.
das kann man ja auch etwas preiswerter gestalten, so taugt z.B. auch schon verzinktes Stahlblech von 1-1,5mm Dicke. Bis das "gammelig" wird vergehen viele Jahre, selbst wenn es unansehnlich wird, erfüllt es die Funktion noch.

...ich geb zu, ich habe da einen "mentalen Hänger", wenn ich an Haus, Hof, Garten,... etwas verändere, dann immer in Hinsicht auf den Wiederverkaufswert - obwohl das überhaupt nicht zur Debatte steht...

lg. GeO

mieze
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Beitrag von mieze »

Frohe Kunde aus dem Gewächshaus:


Bisher hatten mir die Schnecken auf der einen Seite des Gewächshauses den Feldsalat ziemlich dahingefressen! :twisted: Das Vlies, das ist über den Feldsalat gedeckt hatte, war von unten voll mit jungen Schnecken. Ich hab dann Neudorff-Schneckenkorn ausgebracht, hatte aber den Eindruck, nicht alle erwischt zu haben, denn der Feldsalat wurde trotzdem zusehens weniger.

Nun hatte ich Ende Februar auf der gegenüberliegenden Seite in Reihen Spinat eingesät und einige Tage später zwischen die Reihen Salat- und Kohlrabipflanzen (eingekauft) dazwischen gesetzt. Alles schön mit Steinmehl umrahmt. Der Spinat keimt eifrig. Salat und Kohlrabi wachsen tüchtig. Und nirgendwo Schneckenfrass zu entdecken! :D


Grüssle Uli
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