Offener oder bedeckter Boden, hacken oder mulchen

Hier geht es um Anbaumethoden und Tipps bei Anbauproblemen

Moderator: Blütenmehr

Roroge
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Beitrag von Roroge »

Danke für die Antwort.
Soweit ich weiss ist es stinknormales Nagerstreu, das es überall gibt.
In diesem Falle scheint es der Penny- Markt zu sein (gleich neben uns...)
Ein Teil liegt seit letztes Jahr Spätsommer, und ist nur gelblich wenn er nass ist, was zur Zeit häufiger vorkommt.
Ja klar, unsere Späne stammt von Kastanien und Kirschen, die sind eh bischen dunkler, aber da hat man die Nachdunkelung bereits nach paar Tagen sehen können.
Ich hab letztes Jahr meinen Grünspargel damit bedeckt und hoffe mal das er mir das nicht übel nimmt.
Ansonsten werde ich mich auf Wege und dergleichen begrenzen, für die Gemüseflächen nehm ich dann schneller verrottbares Material.

Maren
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Beitrag von Maren »

Ich habe mir in den letzten 2 Jahren 10 Hochbeete gebaut. Die angefahrene Erde war leider sehr lehmig, Brocken, die man kaum zerhauen konnte. Habe Mist oberflächlich eingearbeitet, dann mit einer Schicht Karton und darüber Stroh gemulcht. Es wächst praktisch kein Unkraut (ich habe nicht vor, auf den Hochbeeten zu hacken oder umzugraben) und es haben sich schon sehr viele Regenwürmer entwickelt. Die Struktur der Erde hat sich in diesen 2 Jahren schon wesentlich verbessert und die Erde unter dem Karton bleibt feucht.

Die einzigen Nachteile, die ich sehe: auch den Schnecken gefällt es unter dem Karton, d.h. ab und zu hebe ich die Kartons hoch und sammel sie ab. Bei der Aussaat ist es etwas arbeitsaufwendig, den Karton wegzunehmen oder zu verschieben, damit er nachher nicht die jungen Pflanzen behindert, aber ansonsten fällt nicht viel Arbeit an.

Habe unter dem Karton entlang der Pflanzenreihen ein Bewässerungssystem (Tropfensystem) verlegt. Ich hoffe, nach dem großen Arbeitsanfall beim Bau der Hochbeete (mit Pfählen und Weidengeflecht) nun in den nächsten Jahren sehr wenig Arbeit zu haben...

Viele Grüsse
Maren

margot
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Beitrag von margot »

hallo Maren
Deine Idee mit den Hochbeeten finde ich echt gut, habe auch schon mal daran gedacht. Welches Holz hast Du für die Pfähle genommen und was denkst Du wie lange es hält? Hast Du hinter dem Weidengeflecht noch eine Art "Rieselschutz" für die Erde eingebaut? - obwohl bei dem Lehm ist das wohl nicht nötig! Was pflanzt Du auf den Hochbeeten alles an - auch Tomaten?
gruss margot

Maren
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Beitrag von Maren »

Hallo Margot,

ich habe mir bei einem Bauern Pfähle aus Kastanienholz machen lassen, ich denke, die halten einige Jährchen. Ist allerdings nicht billig, pro Pfahl (ca. 70 cm) kostete es über 1 Euro, insgesamt haben wir über 300 Pfähle verarbeitet. Die Weidenzweige (je länger und dicker, desto besser) habe ich im Laufe von 2 Jahrn von den Bauern der Umgebung bekommen, im Herbst bzw Frühjahr schneiden sie ihre Weiden und verewenden nur die dünnen Zweige zum Anbinden der Weinreben, die großen Zweige sind für sie Ausschuß. Dort, wo Löcher geblieben sind, habe ich Rindenstücke oder Stroh reingestopft, ich denke, wenn das verrottet ist, wird die Erde inzwischen stabilisiert sein. Statt Kastanie kann man auch gut Haselnußholz verwenden. Das Hochbeet ist 40 cm hoch, ca. 1,20 breit, in meinem Fall 7 m lang, Nord-Süd-Ausrichtung. Circa alle 50 cm ein Pfahl. Ich kann dir auch Fotos schicken, damit du es dir besser vorstellen kannst, aber ich glaube, das geht nicht über dieses Forum, oder?
Der Sinn der ganzen Sache ist, dann irgendwann nicht mehr zu arbeiten (d.h. zu hacken und umzugraben): man betritt die Beete nicht, bei der Ernte werden die Pflanzen nicht rausgerissen, sondern abgeschnitten, ständige Mulchabdeckung, d.h. die Schaffung eines der Natur abgeguckten Ambiente mit reicher, lockerer Erde. Am Anfang ist es viel Arbeit, sieht aber schön aus, gute Drenage, trockene Wege und, wie gesagt, die Hoffnung, irgendwann nur zu säen und zu ernten...

Viele Grüsse
Maren

Maren
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Beitrag von Maren »

Ich hatte vergessen: ich pflanze so ziemlich alles an: für Tomaten hab ich 4 Beete reserviert, da es ohne eigene Tomaten keinen Sommer gibt und ich Tomatensauce für das ganze Jahr zubereite. Außerdem Mangold, Spinat, Zucchini, Kartoffeln, Gurken und, insb. am Anfang, viel Hülsenfrüchte, um die Erde zu verbessern: dicke Bohnen, Stangenbohnen, Erbsen, Zuckerschoten, Buschbohnen. Dazwischen Basilikum, Ringelblumen, Dill, Petersilie, Kapuzinerkresse. Außerhalb der Hochbeete habe ich Terrassen für Dauerkulturen angelegt: für Erdbeeren (mit Knoblauch), Artischocken, Himbeeren, 4 Weinstöcke. Auch Kürbis und Topinambur sind außerhalb der Hochbeete, ebenso nützliche Beipflanzen wie Beinwell.
Dieses Jahr wird das erste Jahr sein, in dem alle Hochbeete in Produktion sind, wir werden sehen, wie es läuft.

Viele Grüsse,
Maren

margot
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Beitrag von margot »

hallo Maren
danke für deine ausführliche Beschreibung der Hochbeete, ich kann sie mir gut vorstellen - 7m lang, das ist ja schon was, da kann man schon einiges anpflanzen! Ich habe vom Heckenschnitt noch etliche Haselnussstöcke, damit werde ich mal einen Versuch starten, Weide muss ich allerdings noch irgendwo finden. Ich hatte letztes Jahr mit kurzen Haselnussabschnitten und Resten vom Apfelbaumschnitt eine Beetbegrenzung geflochten, sah richtig gut aus und wird auch dieses Jahr noch überstehen aber dann sind die Apfelbaumzweige hinüber, wahrscheinlich ist Weide doch etwas langlebiger. Es wäre interessant wenn du gelegentlich mal über deine weiteren Erfahrungen berichten könntest, und schick uns doch mal die Sonne vorbei!

gruss margot

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