Offener oder bedeckter Boden, hacken oder mulchen

Hier geht es um Anbaumethoden und Tipps bei Anbauproblemen

Moderator: Blütenmehr

forumadmin
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Offener oder bedeckter Boden, hacken oder mulchen

Beitrag von forumadmin »

Kann da eine eindeutige Entscheidung getroffen werden?

Was sind die Vorteile und was die Nachteile?

Die Permakultur geht davon aus, dass ein Boden immer bedeckt sein muss.

Wenn ein Beet so eng bepflanzt wird, dass man keinen Boden mehr sieht, ist das dann ein bedeckter Boden?

Ist es beim mulchen egal mit was man mulcht?

LGLudwig

forumadmin
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hallo Joe

Beitrag von forumadmin »

Hier dein Text, mit dem du ein neues Thema aufgemacht hattest - da es doppelt war hab ich ihn gelöscht
ich werde dieses Jahr versuchen, den Boden möglichst bedeckt zu halten, denn ein offener Boden trocknet zu schnell aus. Ich glaube, an der sog. Schattengare ist wirklich etwas dran, bedeckter Boden ist feuchter, krümeliger und meistens nicht verschlämmt, d.h. starke Regenfälle setzen ihm nicht so zu. Welches Material man jetzt wirklich am besten zum mulchen einsetzen kann weiß ich auch nicht so genau, aber ich halte viel von der sog. Flächenkompostierung, d.h. das flächige Ausbreiten leicht zersetzbaren organischen Abfalls ( Pflanzenreste, Unkraut, evtl etwas Grasschnitt), was sich dann mit der Zeit zersetzt und wieder dem Boden zur Verfügung steht.
Aus Sicht der Unkrautbekämpfung ist ein dicht bewachsener Boden einem gemulchten Boden von der Wirksamkeit her sicherlich ebenbürtig.
Bis später Gartenjoe
[/quote]

Witty
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Beitrag von Witty »

Moin und Hallo,

ich kann nicht beurteilen, ob es eine allgemein gültige Antwort auf diese Frage gibt. In unserem Garten mit dem Boden hier lautet die Antwort eindeutig mulchen!

Wir wohnen in der Lüneburger Heide, Sandboden, vor 10 Jahren ca. 10cm Humus, mow. saure Brachwiese. Ich mulche regelmäßig mit gehäckselten Grobabfällen - Strauch- und Baumschitt, Stauden etc. Davon mußte ich anfangs alle 3 Monate gut 5cm ausbringen, weil von der vorherigen Portion nichts mehr zu sehen war. Inzwischen ist es etwas ruhiger geworden, 2mal im Jahr reicht jetzt. Und die Humusschicht ist kräftig gewachsen.

Den Spaten benutze ich nur zum Pflanzen, für die Beetvorbereitung Hacke und Harke, manchmal auch Sauzahn. Die angelegten Beete müssen nur von Zeit zu Zeit gejätet werden, Hacken etc. entfällt völlig. Der Boden ist auch ohne dies wunderbar locker und krümelig. Schön, wenn man eigentlich eher faul ist.

Ich habe von Freunden gehört, daß man auf die gleiche Weise auch Lehmboden "aufbrechen" kann, dazu habe ich aber keine eigenen Erfahrungen.

Witty

Rainer Sachs
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Ich habe gute Erfahrungen mit Mulchen gemacht

Beitrag von Rainer Sachs »

Hallo,

ich mulche unsere Beete ständig. Am meisten mit Grasschnitt, der aber dünn aufgetragen werden muss, da er sonst an zu faulen fängt. Der Vorteil ist, dass ich auch in trockenen Sommern kaum die Pflanzen gießen muss. Die Erde unter der Mulchschicht ist immer leicht feucht.

Ich habe auch festgestellt, dass unser sehr schwerer Boden, der bei Trockenheit fest und klumpig wird, dies nicht tut, wenn ich mulche.

Ich bin von Freunden gewarnt worden, das sich unter der Mulchschicht die Schnecken verstecken können. Das habe ich aber nicht festgestellt.

Es gibt auch ein Buch über den "totalen Mulchgarten" in dem über Jahre untersucht wurde, welche Auswirkungen das Mulchen auf den Garten hat.

Die Humusschicht wird verbessert und die Pflanzen ständig mit Nährstoffen versorgt. Der Wasserverbrauch aus dem Gartenschlauch verringert sich um bis zu 50%.

Wichtig scheint zu sein, das eine möglichst bunte Mischung von Pflanzenresten als Mulchmaterial aufgebracht wird. Dadurch wird der Boden mit den unterschiedlichsten Nährstoffen versorgt.

Herzliche Grüße
Rainer

mieze
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Beitrag von mieze »

In Punkto Schnecken: Welchen Unterschied zwischen Baumhäcksel und saftigem Pflanzenmulchkonntet ihr feststellen?
Ich frage dies, da ich letztes Jahr versucht habe, alle Unkräuter an Ort und Stelle als Mulch einzubringen. Meines Erachtens hab ich damit die Schnecken gefüttert und gefördert!
Kann aber auch ein Irrtum sein, denn das letzte Jahr war ja wohl ein absolutes Schneckenjahr. :evil:

Ich hab aber die leise Vermutung, daß Baumhäcksel und Stroh von den Schnecken als Nahrung eher gemieden wird.Als Unterschlupf? Nun, da gefallen ihnen auch meine Wegeplatte.

Grüssle Uli
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forumadmin
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Beitrag von forumadmin »

hi Uli - bei mir meiden die Schnecken den Grasmulch, aber sie verkriechen sich gerne unter Strohmulch, deswegen kommt der Strohmulch erst an die Pflanzen wenn die Pflanzen größer sind oder es im Sommer heiß wird. Den Baumhäcksel glaub ich auch, mögen die Schnecken nicht so, aber den mach ich lieber nur auf Wege, der stört dann doch auf den Beeten wenn man ihn nicht runterfegt und der braucht so lange bis er sich umsetzt. Wegehacktes Gras lass ich liegen wenn es trocken ist ansonsten bring ich es auf einen Unkrautkompost. Im frühjahr gehacktes grabe ich locker ein. LGLudwig

Kaktus
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Beitrag von Kaktus »

Wenn man immer gut mulcht, d. h. dass so gut wie keine nackte Erde mehr im Garten sichtbar ist, hat man mit dem Unkraut so wenig Arbeit, dass es richtig Freude macht. Wenn wirklich Unkraut durchkommt, ist es sehr leicht heraus zu ziehen, auch Wurzelunkräuter, da die Erde unter dem Mulch so schön locker ist.
Da ich meinen Garten grundsätzlich nie gieße (auch nicht, wenn es wochenlang nicht regnet), ist eine Mulchschicht unentbehrlich, da sich darunter die Feuchtigkeit hält.
Ich mulche auch zusätzlich mit Rasenschnitt, da vom Garten selber nicht soviel anfallen würde, dass es reicht und außerdem muss ich ja meinen Komposthaufen auch noch füttern :). Und ich meine auch, dass sich die Schnecken unter einer dünnen Schicht Rasenschnitt nicht so gerne verstecken als unter anderen Sachen. Aber vor allem lieben die Schnecken dickere Brocken Erde, unter die sie tagsüber kriechen können.

mieze
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Beitrag von mieze »

Danke für eure sehr einleuchtenden Antworten. Ich werde es also mal konsequent mit Mulchen versuchen. Grasschnitt werd ich mir von den Nachbarn erbetteln, da wir keinen Rasen und somit auch keinen Rasenmäher haben, nur zwei kleine Stückchen Wiese, die ich aber nur zweimal im Jahr mähe, das lange Zeug leg ich dann unter die Obststräucher.
Aber ringsum gibt es genug deutsche Gärten mit sehr sorgfältig gepflegten Rasenteppichen.

Ich hatte eigentlich vor, mir beim Demeter-Bauern Stroh zu holen. Die Mühe spar ich mir also erst einmal.

Hat eigentlich schonmal jemand von Euch an den Kokos-Humus als erstem Mulch für Jungpflanzen gedacht und sogar damit Erfahrung?
Zum Pflanzen anziehen hat er sich letztes Jahr bei mir sehr gewährt.

Grüßle Uli
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salvia
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Beitrag von salvia »

Hallo
Hat eigentlich schon mal jemand von Euch an den Kokos-Humus als erstem Mulch für Jungpflanzen gedacht und sogar damit Erfahrung?

Falls du die Kokosblöcke zum Einweichen meinst, könnte ich mir das als Mulch zwar vorstellen. Halte es aber für eine zu teure Angelegenheit.
(Benutze ich aber gelegentlich um Pflanzerde herzustellen)

Wie wäre es denn damit: eine Frühsaat (Senf, Spinat) ausbringen und diese dann bei der Pflanzung gleich als Mulch zu benützen.
Oder die Frühsaat eben nur direkt an der Pflanzstelle rausmachen. Den Rest erst dann als Mulch benutzen, wenn die Frühsaat Licht- und Platzkonkurrenz zur eigentlichen Pflanze wird.
So handhabe ich es immer mal wieder. Ist auf die Reihenanbaumethode von G. Franck zurückzuführen.
Gruß Salvia

mieze
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Beitrag von mieze »

Danke Salvia, gute Idee.
Das mit dem Spinat hab ich vorhin auf der Bio-Gärtner-Seite gelesen als eine Weg-Reihe-Weg-Methode. Beim Senf denk ich immer an Kreuzblütler und Kohlhernie, drum bin ich da eher zurückhaltend. Aber Spinat soll ja absolut neutral im Gemüsegarten sein - kein Streit mit anderem Grünzeug und auch sonst keine nachteiligen Auswirkungen.

Ich probier es einfach. Schließlich ist ja gerade das der Spaß im Garten, ständig neues ausprobieren zu können udn wenn es dann erfolgreich ist - einfach klasse!!

Schönen abend noch

Grüßle Uli
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liaam
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Beitrag von liaam »

auch mal von mir eine Frage zum Mulchen - darin habe ich bisher noch gar keine Erfahrung...

Ich habe größere Mengen an Hobelspänen (ca. zu 75% Nadelhölzer), kann ich die zum Mulchen verwenden?

Wie oft kann ich das machen? Wird nicht irgendwann der Boden sauer? ...oder wars basisch?

Und wenn ja, wie dick müßte ich die Schicht auftragen, damit es überhaupt Wirkung zeigt?

lg. GeO

forumadmin
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Beitrag von forumadmin »

Hobelspäne sind sehr grob und brauchen sehr lange um sich umzusetzten, bei Sägemehl hat es bei mir 4 Jahre gebraucht. Also für die Beete wohl nicht so gut, aber man kann damit gut Baumscheiben, unter Sträuchern oder Staudenbeete damit abdecken. Es bildet sich mit der zeit dadurch ein saurer Boden da muss man halt mal nachkalken - Heidelbeeren hingegen lieben sauren Boden die kann man bedenkenlos mit Holzspänen bedenken. LGLudwig

Witty
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Beitrag von Witty »

Moin und hallo,

ich benutze solche Sachen wie Hobelspäne oder z.B. auch Nußschalen um damit die Gartenwege zu streuen. Die Dicke ist dabei nicht so wichtig, Hauptsache die Erde guckt nicht mehr durch.

Es geht sich darauf sehr angenehm, bei schlechtem Wetter bleiben die Schuhe trocken und sauber. Auflaufendes Unkraut läßt sich superleicht entfernen und wenn nach einigen Jahren alles "verdaut" ist, wird der Kompost/Humus abgeharkt und zum anderen Kompost getan und der Weg wird wieder neu gestreut.

Roroge
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Beitrag von Roroge »

Ich hätte da auch mal ne Frage...
Und zwar bekomme ich von meiner Nachbarin wöchentlich die Sägespäne aus den Meerschweinchenkäfigen- sie dafür im Gegenzug frisches Gras, zum produzieren von, sagen wir mal oranischem Meerschweindünger.
Ich streu das Zeugs nicht ins Beet, aber aussenrum und am Kompostplatz, bei Wegen usw. Jetzt ist mir aber aufgefallen, das das Zeugs stänig weiss, also hell bleibt. Da kam mir der Gedanke einer künstlichen Bleiche auf. Da wir selbst von geschnittenen Bäumen etwas Sägespäne haben, und die ist innerhalb kurzer Zeit nachgedunkelt.
Kennt sich da jemand mit diesem "Nagerstreu" aus? Ist das umweltfreundlich?
Zumindest so, das ich es ohne Bedenken in meinem Garten verrotten lasse?

Witty
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Beitrag von Witty »

Moin und Hallo,

bei uns im Haus leben auch etliche Klein-Nager (Ratten und Rennmäuse). Von denen stammen die Späne, die ich in unserem Garten ausbringe. Allerdings werden die genauso schnell grau wie anderes Häckselgut.

Einen chemischen Zusatz kann ich mir schlecht vorstellen, da die Tiere dagegen eigentlich sehr empfindlich sind. Wenn es sich allerdings so komisch verhält... Wird das Material denn grau oder behält es ganz und gar seine Farbe? Evtl. liegt es einfach nur an der Holzart. Wenn noch weiter Zweifel bestehen: wo bekommt die Nachbarin es her? Steht da auf der Verpackung evtl. etwas drauf oder kann man beim Händler/ Hersteller nachfragen (z.B. über's Internet)?

Liebe Ostergrüße
Witty

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