Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Hier geht es um Anbaumethoden und Tipps bei Anbauproblemen
mieze
Beiträge: 157
Registriert: 29.02.2008, 10:36
Wohnort: 91466 Gerhardshofen , Germany
Kontaktdaten:

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von mieze » 07.05.2009, 22:27

hallo forestgarden,
bin ja kein Profigärtner, aber experimentiere gern.
Nach dem Thun-Kalender arbeite ich aber schon seit vielen Jahren ziemlich konsequent, da mich die Versuchsanbau-Ergebnisse der Maria Thun sehr überzeugt haben. Die biodynamischenSpritzmittel verwende ich nicht, da hat es bei mir bisher noch nicht zu gereicht. (Ganz ehrlich: ich würde es nich schaffen, morgens bei Sonnenaufgang Präparate zu rühren; ich bin Nachtmensch, der Sonnenaufgang und ich, wir kommen einfach nicht zusammen :roll: .)

Meine Tomaten haben noch nie Kupfer gesehn, stehen aber immer an bevorzugt warmen, eher trockenen Plätzen und ich gieße sie nach Möglichkeit regelmäßig und nur auf den Fuß. Die untersten Blätter entferne ich grundsätzlich bis auf eine Höhe von mindesten 10cm, wegen der Pilzsporen, die sich in diesem Bereich über dem Boden befinden.
Grundsätzlich sind die Tomaten gemulcht, als Beikraut bekommen sie Kamille und Ringelblume, sowie diverse Gemüsepflanzen, die da sind Salat, Kohl, Lauch, Möhren.
Gelbsenfsamen in das Pflanzloch gegeben helfen bei der Bewurzelung, Tomatenballen auch tief und leicht schräg pflanzen.
Die Tomatenpflanze ab und an rütteln, da sie Selbstbestäuber ist.
Wenn dann im August oder Anfang September die Blätter braun werden, ist meines Erachtens die Pflanze verausgabt und wird deshalb Pilzempfänglich.
Ich lebe damit und bedanke mich für die vielen Tomaten, die ich bis dahin ernten durfte.
Ich vermeide aber, trotz vielfacher Empfehlung, die Tomate auf halbgaren Kompost zu setzen. Es befinden sich noch zuviele Abbau-Organismen in diesem Kompost. Ich zweifle, das dem Aufbau der Pflanze soetwas gut tut.
Nach meiner Erfahrung sind Pflanzen, die solch einen Start ertragen mußten, immer schnell krank und schädlingsbefallen geworden, was nicht auf einen starken Aufbau schließen läßt.

Grüssle Uli
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Exupéry

Großrollerfahrer aus Leidenschaft.
Die sinnlichste Art der schnellen Fortbewegung.
Mein Forum:www.tmaxforum.de

Benutzeravatar
forestgarden
Beiträge: 14
Registriert: 04.03.2009, 14:02
Kontaktdaten:

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von forestgarden » 08.05.2009, 13:44

Hallo Mieze,
Deine ausführliche Antwort macht uns Mut.Wir versuchen mit den Kräutern die uns unser grosses Grundstück schenkt unsere Pflanzen zu pflegen und möglichst keine kommerziellen Produkte zu kaufen,seien diese noch so als natürlich gepriesen.
Also lasse ich dass mit dem Kupfersulfat.Das mit den Gelbsenfsamen wusste ich noch nicht und ich werde es beim nächsten mal ausprobieren.Bisher legte ich eine bei uns geerntete Brennessel in den
Pflanzlochboden,soll gut sein als Dünger.
Wir mulchen mit Beinwellblättern die auch bei uns massenhaft zur Zeit blühen und meine Frau erntet die Wurzel für unsere Hausapotheke.Auch abgeschnittene Brennesseln dienen als Mulch.

Diese Jahr habe ich nun mit viel Energie zwei Tomatenhäuser errichtet.Eines an einer Kalkmauer zur Nordseite,das andere mit Hanglage als Terassenhochbeet und immer zur Südlage zeigend.Rings herum ausser oben sind die Tomatenhäuser offen, und werden nur bei sehr schlechtem stürmischen Wetter in Windrichtung mit einer Plastikplane geschützt.Unser Grundstück hat Meeresblick und liegt 3 km entfernt von Normandiekanalküste und etwas über dem Meeresspiegel.Da gibt es manchmal auch im Sommer ziemlich stürmische Tage.
Ich schreibe das um anzuzeigen das unser Grundstück mal Meer war und ziemlich kalkreichen oft knallharten Lehmboden hat.Das ist unser Probem beim Pflanzen denn wir wollen keine herbezyde verseuchte Pflanzerde kaufen und versuchen den Boden mit gekauftem Sand und dem Pferdemist des Nachbarn allmählich zu verbessern und nach und nach unsere eigene Komposterde herzustellen.
Hierzu haben wir biodynamische Fladenpräparate in Deutschland gekauft die ohne das mystische herumrühren auskommen.Nun schaun wir mal ob es was bringt.
Dennoch hatten wir 2008 in unserem ersten noch naiven Biogartenjahr u.a.super Tomatenpflanzen obwohl ohne Dach und dann den ganzen Sommer über die eingerollten Blättern mit Sorge wahrnahmen.
Nun haben wir erstmals gekaufte BioTomatensamen selbst gesät und ziemlich lange "Lulatsche" in unserem Südzimmer das vorübergehend als Gewächshaus diente heranwachsen sehen.
Jetzt sind alle Pflanzen in den Tomatenhäusern und die meisten hängen zur zeit ganz schön durch und haben fast alle vergilbte Blätter unten herum.
Oben grünt es jedoch zaghaft und wir hoffen das es weiter grünt und das vielleicht der Umzugsschock war.Obendrein ist dieses Frühjahr ziemlich wetterlaunisch auch bei uns.
Meine Frau meint ich bin immer zu ungeduldig und es wird sich schon richten.
Somit ist die Gärtnerei ein wundervoller Lehrmeister für hektische unruhige Geister wie mich.Falls es mit den Tomaten 2009 daneben geht dann wird eben der Boden weiterhin mit Mulch und Gründünger solange verbessert bis es passt.

Es gibt da so einen tollen Sufispruch den ich nie vergessen habe und mir oft weitergeholfen hat.

Zerschlage deine Ideale am Felsen der Wahrheit;.
Jetzt muss ich raus denn heute ist Blütenpflanztag und ich muss ein vorbereitetes Beet mit Lupinen als Gründünger bepflanzen.
Bild
Unsere ersten Biotomaten von 2008
In diesem Sinne viele Grüsse :o
Jan

mieze
Beiträge: 157
Registriert: 29.02.2008, 10:36
Wohnort: 91466 Gerhardshofen , Germany
Kontaktdaten:

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von mieze » 08.05.2009, 15:25

jau, das mit dem schlechten Boden kenn ich gut!
Wir sind hier in einem ehemaligen Sandsteinbruch, weicher, durchlässiger Sandstein.
Mein Gemüsegarten am Fuß eines Hanges war vor sechs Jahren eine Trockenwiese mit wenig Gras und viel Schafgarbe.
Das Gewächshaus wurde mit dem Schaufelbagger ausgehoben, dann bekam ich vier Kubikmeter schwersten Lehm in den Bereich vor dem Gewächshaus abgekippt. Der hat mich noch drei Jahre genervt.
Im vorderen Bereich hab ich dann auf solche Aktionen verzichtet und erstmal meinen Komposthaufen als Miete angelegt und von Jahr zu Jahr verschoben. Den Rest hab ich jetzt mit Mulchen hingekriegt. Letztes Jahr hab ich die ersten Möhren geerntet, die als solche auch den Namen verdienen. Ich denke, mulchen ist die einzig richtige Vorgehensweise. :wink:

Zu den Tomaten vergaß ich: sie sind nicht nur Selbstbestäuber, sie sind auch in sich selbst verliebt und mögen alle Arten von Tomatenabfällen.
Das deine Tomaten noch nicht recht wollen, hat wohl mit dem etwas schnellen Längenwuchs im Haus zu tun. Mit guter Pflege und ab und an etwas Brennesseljauche werden sie schon :wink:

Grüssle und frohes Schaffen, ich geh jetzt auch Blumen verziehen

Uli
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Exupéry

Großrollerfahrer aus Leidenschaft.
Die sinnlichste Art der schnellen Fortbewegung.
Mein Forum:www.tmaxforum.de

Benutzeravatar
forestgarden
Beiträge: 14
Registriert: 04.03.2009, 14:02
Kontaktdaten:

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von forestgarden » 09.05.2009, 15:26

Hallo Mieze,
schnelle Frage zur Tomatenmischkultur.
Der Biogaertner.de de sagt kein Knoblauch als Mischkultur zu Tomaten.
Unser Biogärtnerbuch "Freude am Leben Biogarten" und andere sagen Knoblauch zu Tomaten kein Problem vertreibt Insekten etc.

Was soll ich tun.Alle knoblauchzehen wieder raus?

Grüsse
Jan

mieze
Beiträge: 157
Registriert: 29.02.2008, 10:36
Wohnort: 91466 Gerhardshofen , Germany
Kontaktdaten:

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von mieze » 09.05.2009, 21:05

Soderle, hab grad mal in meinem Büchlein "Mischkultur im Hobbygarten" der Abtei Fulda geblättert:

Tomaten vertragen sich gut mit Bohnen, Kohlarten, Möhren, Lauch, Petersilie, Ringelblume, Salat, Sellerie, Senf, Spinat, Studentenblume, Zwiebeln.

Sie vertragen sich nicht gut mit Erbsen, Fenchel, Kartoffeln, Rote Bete.

Das ergibt ein Patt: kein Knoblauch dabei. Von den Zwiebeln oder Lauch möchte ich mal nicht auf Knoblauch schließen, schließlich ist Spinat förderlich, aber Rote Bete aus der gleichen Familie nicht, das gleiche gilt für Bohnen, sie sind förderlich, Erbsen eben nicht.
Kann gut sein, muß nicht.

Ich kenn mich da halt auch nicht so gut aus, würde aber einfach mal experimentieren, z.B. die eine Hälfte der Tomaten mit, die andere ohne Knoblauch durch den Sommer bringen. Standplatz, Licht und Wind sollten allerdings annähernd gleich sein, wegen des genauen Vergleichs.

Grüssle Uli
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Exupéry

Großrollerfahrer aus Leidenschaft.
Die sinnlichste Art der schnellen Fortbewegung.
Mein Forum:www.tmaxforum.de

liaam
Beiträge: 198
Registriert: 13.02.2008, 11:42

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von liaam » 14.05.2009, 20:19

wir "behandeln" unsere Tomaten auch nicht - wir beobachten sie nur sehr genau.

Die Pflanzen ziehen wir selber aus biol. Samen vom Dreschflegel, letztes Jahr sind wir mit etwa 100 Pflanzen gestartet, 2 oder 3 habe ich innerhalb der ersten paar Wochen rausgerissen, weil der Verdacht auf Braunfäule bestand (aber noch nicht wirklich richtig ausgebrochen war), am Ende der Erntezeit waren min. 2/3 der Pflanzen noch völlig in Ordnung (wurden dann halt langsam welk...).

Den einzigen Luxus, den wir uns gönnen, die Tomaten kommen frühestens nach vier Jahren wieder an die gleiche Stelle im Garten. Als Tomaten-Stützen verwenden wir 14mm Monier-Eisen (Betonstahl mit geriffelter Oberfläche), die wische ich im Herbst mit Balistol ab (Waffenöf, das früher auch zum Desinfizieren von Mensch + Hund verwendet wurde).

Die Erfahrungen der Jahre davor ist sehr ähnlich, seit wir Garten betreiben hatten wir erst einmal einen frühen halben Ausfall durch Braunfäule, in jenem Jahr hatten die Nachbar allerdings gar nichts, auch die nicht, die im Gewächshaus bzw. unter Schutzdach anbauen.


lg GeO


...Hoppla, da waren ja noch eine Seite Beiträge... - meine Reihenfolge ist nicht ganz aktuell :oops:

Raritätenhamster
Beiträge: 104
Registriert: 23.12.2007, 09:57

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von Raritätenhamster » 15.05.2009, 10:47

forestgarden hat geschrieben: Muss das Besprühen mit Kupfersulfatlösung unbedingt sein oder kann man darauf verzichten wenn man sich an die Regeln der biodynamischen Gärtnerei hält.KRäutertee,Beinwellmulch,Kupferdraht in die Wurzel stecken etc.
Kupfersulfat ist ein sehr effektives Mittel gegen Pilze, (Braunfäule bei Tomaten und Kartoffeln und andere). Kupfer gehört jedoch zu den giftigen Schwermetallen, es baut sich nicht ab, sondern reichert sich im Boden an und führt mit der Zeit zu Wurzelschäden. Kupfersulfat kommt in der Natur kaum vor, es wird industriell hergestellt.

Benutzeravatar
forestgarden
Beiträge: 14
Registriert: 04.03.2009, 14:02
Kontaktdaten:

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von forestgarden » 15.05.2009, 11:36

Danke Raritätenhamster,
dann lasse ich es zukünftig im Vertrauen auf unseren biologischen Pflanzenschutz.
Dieses Jahr (unser zweites Gartenjahr) haben wir jedoch noch Kupfersulfat verwendet in der Verzweifelung und Angst die auch uns befallen hat das alles dahin ist..
Unsere selbst gesäten Tomatenpflanzen hatten einen schlechten Start durch zu frühes säen im Februar,vorgezogen in unserem Esszimmer mit grossen Südfenstern (ergab dünne lange "Lulatsche" und dann noch das Raussetzen in halbfertigen Tomatenhäusern ohne Option des rundherum Abschottens gegen plötzliche Kälteeinbrüche.

Doch obwohl viele Blätter angewelkt sind grünt es in der Mitte wieder und wir sind voller Hoffnung das es doch noch klappt.Letzes Jahr hatten wir trotz Blattrollens und ohne Dach super Tomaten.

Mit besten Grüssen :o aus der Normandie

Raritätenhamster
Beiträge: 104
Registriert: 23.12.2007, 09:57

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von Raritätenhamster » 18.05.2009, 07:44

forestgarden hat geschrieben:... in der Verzweifelung und Angst die auch uns befallen hat das alles dahin ist..
das kann im Freiland leider passieren. Kiloweise schönste Tomaten kurz vor der Reife - alles verfault. :evil: Muss zugeben, an Kupfersulfat hatte ich da auch gedacht. Habs dann bleiben lassen und stattdessen Folienhäuschen gekauft, war längerfristig wohl die bessere Lösung.

Benutzeravatar
NorbertH
Beiträge: 10
Registriert: 09.04.2009, 10:56
Wohnort: NRW nahe der Niederländischen - Grenze

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von NorbertH » 28.05.2009, 10:02

Hallo,
Den ersten Salat und den ersten Spinat haben wir schon Vernichtet/gegessen.

Zwiebeln und Kohlrabi brauchen noch etwas.

Ich hatte einen Tag lang das Vlies nicht übers Beet gelegt und schwups waren eine Reihe
Kohlrabi, Zwiebeln und Salat von den Vögeln und den Karnickeln angefressen bzw. Vernichtet.

Habe am 26.05.2009 Tomaten ins Freiland gesetzt hoffe das sie sich gut machen.

Müssen die Tomaten - Pflanzen jetzt schon vor Regen geschützt werden sie sind ca. 20 - 30 cm groß.


Es ist schon Toll gegen 11:00 ins Beet zu gehen um sich etwas fürs Mittagessen zu holen.
OK meine Auswahl ist zur Zeit noch etwas begrenzt, aber lecker ist es doch.....

Mfg
Norbert
MFG
Norbert

liaam
Beiträge: 198
Registriert: 13.02.2008, 11:42

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von liaam » 28.05.2009, 22:03

NorbertH hat geschrieben: ...Müssen die Tomaten - Pflanzen jetzt schon vor Regen geschützt werden sie sind ca. 20 - 30 cm groß ...
das entwickelt sich wohl zur Philosophie-Frage...

Unsere Tomaten stehen einfach draußen, wenn es regnet, dann werden die naß. Punkt!

Beim Gießen gönne ich mir aber den Luxus, die Pflanzen einzeln gezielt am Wurzelansatz zu gießen - sprich: das Gießwasser kommt nicht an die Blätter.
Ich möchte da auch nicht experimentieren, ist etwas mehr Aufwand, aber Garten ist sowieso Arbeit (wenn auch meist vergnügliche :D ), wenn ich das bequem wollte, würde ich alles einkaufen...


lg. GeO

forumadmin
Site Admin
Beiträge: 682
Registriert: 12.12.2006, 17:54

Re: Neuer "Gemüsegarten/Beet" Wie

Beitrag von forumadmin » 03.06.2009, 07:13

Hallo Norbert - im Jugendstadium sind die Tomatenpflanzen noch nicht Phytophtora-gefährdet. Die Blätter sollten beim gießen möglichst trocken bleiben so wie liaam es macht. Aber die Hauptangriffsfläche von Phytophtora kommt von unten durch das Spritzwasser beim Regen, dem kann man entgegenwirken indem man um die Pflanzen herum mulcht, was auch die Austrocknung an heißen Tagen verlangsamt. LGLudwig

Antworten