Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

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parade
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von parade » 16.09.2010, 07:17

Hallo Martin,

heisst das, dass Du grosse Zwiebeln als Mutterpflanzen nimmst und die Kleinen als Steckzwiebel?

Ich habe bisher immjer nur im September meine gekauften Steckzwiebeln gesetzt, und die Ernte war immer sehr gut bis auf das letzte Jahr, da gab es viele faule Zwiebeln. Ich habe also fast nur gute Erfahrungen damit gemacht. Auch beim Knoblauch.

Im nächsten Jahr will ich zusätzlich im Februar/März stecken.

Gruss parade

margot
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von margot » 24.09.2010, 23:06

hallo parade,
wenn du im September Zwiebeln steckst - sind das dann spezielle Winterzwiebeln oder hebst du die im Frühjahr gekauften Steckzwiebeln bis zum Herbst auf, um sie dann zu pflanzen?
Ich habe vor vielen Jahren mal versucht, Winterzwiebeln zu pflanzen - leider ohne Erfolg - ich glaube, 2 Stck. haben den Winter überlebt.
Knoblauch pflanze ich auch im Herbst, das klappt gut -vielleicht ist der robuster als Zwiebeln!

herbstliche Grüße
margot

parade
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von parade » 25.09.2010, 07:52

Hallo Margot,

das sind spezielle Winterzwiebeln. So werden sie jedenfalls verkauft. Es gibt in der Regel gelbe und rote Steckzwiebeln. Man muss sie etwas tiefer in den Boden stecken. Die kleinen Zwiebeln treiben dann wie der Knoblauch aus und überwintert so bis zum Frühjahr und fangen dann schon sehr frühzeitig an zu wachsen. Ich mache das schon immer so und habe beste Erfahrungen damit. Man sollte aber aufpassen, dass die Steckzwiwebeln auch im Boden bleiben, denn es kommt vor, dass jemand die Zwiebelchen herauszupft und auf dem Boden liegen lässt. Ich habe die Krähen oder Krähenvögel im starken Verdacht, beobachtet habe ich es aber noch nicht. Ich sichere die Beete deshalb immer mit Bambuszweigen, die ich in den Boden stecke. Angeblich sollen die Regenwürmer den Zwiebelschalen-Geruch oder -Geschmack lieben und an den Stecklingen herum knabbern, wodurch sie sich bewegen. Und das soll die Krähenvögel dazu verleiten, die kleinen Zweibelchen herauszuzupfen.

Gruss

parade

parade
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von parade » 04.02.2011, 15:56

Hallo Martin,

Deine Zwiebeln, die Du mir zur Zucht geschickt hast, liegen im Keller dunkel und kühl.

Eine dieser "Mutterzwiebeln" fängt jetzt schon an zu treiben. Das ist doch wohl etwas zu früh! Was ist zu tun?

Gruss

Parade

forumadmin
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von forumadmin » 05.02.2011, 08:27

hallo parade - wenn die Zwiebeln im Lager schon frühzeitig treiben ist das die Eigenschaft: "schlechte Lagerfähigkeit" und würde von der Züchtung ausgeschlossen. Wenn du aber sowiso zu wenig Zwiebeln hast (weniger als 50), musst du sie mit verwenden und dann empfieht es sich, sie jetzt in ein Töpchen mit feuchter Erde zu stecken, damit sie Wurzeln ausbilden kann, sonst würde sie austrocknen. Dann im März mit den anderen Zwiebeln stecken/pflanzen. LGLudwig

parade
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von parade » 05.02.2011, 09:30

Danke LGLudwig, das werde ich so machen. Was hat denn die Zahl 50 zu sagen? Ich habe natürlich weniger als 50 Zwiebeln. Es sind lediglich 5 Zwiebeln, die sich nun vermehren sollen.

Gruss parade

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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von forumadmin » 05.02.2011, 14:05

Züchter gehen bei Fremdbefruchtern nicht unter 50 Exemplare, die sich gegenseitig bestäuben. Besser sind 100 Pflanzen.
Das hat den Grund, dass z.B. bei der Zwiebel sich mit der Zeit Inzuchterscheinungen zeigen, wenn immer nur wenige Exemplare weitervermehrt werden. Das kann sich dann in verschiedenen Bereichen zeigen, z.B. schwächeres Wachstum, Anfälligkeit für Krankheiten etc. durch die wenigen Exemplare sinkt die Vielfalt im genetischen Bereich, was dann auch nicht mehr aufgebaut werden kann, außer man kreuzt wieder andere Pflanzen mit ein. Einmal kann man das machen, wens keine andere Möglichkeit gibt, aber danach muss man wieder mehr Pflanzen nehmen. Außerdem muss man ja auch Selektionsarbeit machen, das heißt viel mehr Pflanzen anbauen als man dann zum kreuzen braucht - also z.B. 200 Pflanzen anbauen und davon 100 schlechte ausselektieren (= negative Massenauslese)

LGLudwig

parade
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von parade » 06.02.2011, 08:34

Mein Gott, Ludwig, Du bist ja ein echter Experte auf dem Gebiet. Da kann man ja nur hoffen, dass das mit den 5 Zwiebeln funktioniert. Kann man denn nicht beim Bestäuben eingreifen, indem man mitr einem feinen Pinsel die Bestäubungsarbeit macht? Würde mich interessieren.

Danke für Deine Informationen.

Gruss

parade

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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von forumadmin » 06.02.2011, 15:06

Die Zwiebeln werden von Insekten bestäubt und die machen das schon sehr gut. Aber auch Bienen und Hummeln können nicht mehr herbeizaubern, wenn nicht mehr da ist :) Du wirst schon Saatgut ernten, das du dann wieder verwenden kannst, solltest aber bei den nächsten Generationen darauf achten merh Zwiebeln zu haben.
LGLudwig

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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von margot » 18.02.2011, 18:22

hallo Martin,
wie gehts deinen Söflingern?
ich habe heute die restlichen Samen der Söflinger von 2009 ausgesät (es waren noch reichlich) und bin gespannt, wieviele auflaufen!
Zum keimen hab ich sie jetzt mal bißchen warm gestellt, denke aber, dass ich sie nach dem Auflaufen kühl stellen werde.

@parade
Meine kühl gelagerten Zwiebeln aus der Ernte 2010 treiben noch nicht und ich werde mit dem Pflanzen dann auch noch etwas abwarten.

lg aus der noch sehr kalten rhön
margot

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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von parade » 19.02.2011, 08:33

Hallo Margot,

bei mir hat auch nur eine Zwiebel angefangen zu keimen trotz kaltem Keller. Ich habe sie nun in einen Topf mit Erde gepflanzt und lasse sie aber noch im Keller.

Bei mir gibt es nur die Freiland-Aussaat. Vorziehen mache ich nicht mehr. Es ist einfach zu aufwendig. Insofern kommen meine Söflinger-Zwiebel-Samen vermutlich erst Ende März in den Boden. Wann die Mutterzwiebeln gesetzt werden, tja, was meint Ihr? Wann sollen die in den Boden? Bei uns am Bodensee ist es für die Jahreszeit schon recht milde. So milde, dass ich bereits umgrabe, damit der Boden sich besser erwärmen kann. Bei mir ist der "Lustfaktor" sehr wichtig, und ich habe im Augenblick Lust, den Garten zu richten.

Also Frage, wann steckt Ihr die Mutterzwiebeln in den Freiland-Boden?

Gruss

parade

Martin
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von Martin » 20.02.2011, 20:57

Hallo beisammen,

Bei mir hat auch eine Zwiebel angefangen zu wachsen, eine von zwanzig, die ich zur Samengewinnung vorgesehen habe. Im "Handbuch Samengärtnerei" steht drin, daß man 15 bis 20 schöne Zwiebeln braucht, um eine Sorte zu erhalten und Inzucht zu vermeiden. Daran werde ich mich in Zukunft auch halten. Jedes Jahr mindestens 20 Samenträger kann ich anbauen. 50 oder 100 Pflanzen wäre etwas zuviel.
Ich baue aber viel mehr Pflanzen an, aus denen ich dann die späteren Samenträger auslese, alle anderen werden gegessen. Selektion findet bei mir seit letztem Jahr also bereits direkt nach der Zwiebelernte statt. Und vorzeitig austreibende Zwiebeln werden bei mir nicht in die Vermehrung gehen, weil ich ausreichend Mutterzwiebeln habe. 2009 hatte ich auch nur fünf, da hätte es etwas anders ausgesehen, aber in diesem Jahr werden es 20 Mutterzwiebeln sein, ab nächstem Jahr eher etwas mehr.
Mit dem Aussäen warte ich aber noch ein paar Wochen, sonst bekomme ich sie nicht durch bis zum Einpflanzen.

Liebe Grüße,

Martin

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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von liaam » 21.02.2011, 15:40

ich bin fast etwas neidisch auf Eure Söflinger...

...aber momentan wäre mir einfach der Aufwand zu groß Zwiebeln zur Samenbildung zu bringen, den dann selber aufbereiten und wieder säen - zumal ich da auch überhaupt keine Ahnung, Vorkenntnisse und Erfahrungen habe.

Schade, daß ich mir keinen Samen kaufen kann, essen würde ich die unheimlich gerne.

Euch auf jeden Fall ganz viel Erfolg, jede gerettete Sorte ist eine mehr!

lg. GeO

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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von forumadmin » 23.02.2011, 06:21

liaam
Euch auf jeden Fall ganz viel Erfolg, jede gerettete Sorte ist eine mehr!
ja es ist schön zu sehen wie die Vielfalt zunimmt und auch die Kompetenz wieder zunimmt. Dass es wieder möglich wird Kulturpflanzenevolution wieder in Gang zu bringen. Das was vor 300 Jahren noch völlig normal, dass dies im Alltag des Gärtners und Landwirts integriert war.
LGLudwig

parade
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Re: Zwiebeln zum Säen - Fragen dazu!

Beitrag von parade » 27.02.2011, 10:54

Hallo Martin,

nun ist leider der Punkt gekommen, an dem es schwierig wird. Inzwischen treiben auch die weiteren 4 Mutterzwiebeln aus. Auch diese werde ich in Töpfe mit Mutterboden setzen und abwarten. Das Problem ist aber wohl, dass die Zeit zwischen Keimen und Auspflanzen nicht zu lang sein sollte, weil sonst das Auspflanzen schwierig werden könnte. Denke ich mir jedenfalls.

Bei der ersten keimenden Zwiebel sind die Schlote bereits über 10 cm lang. Aber der fehlt natürlich jetzt das Tageslicht, weil sie natürlich immer noch im 3/4 dunklen Keller steht. Wenn ich sie aber ans Licht stelle, dann treibt sie ja noch mehr, oder?

Wie sieht es denn bei Dir aus?

Gruss parade

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