Mini-Faming

Moderator: Blütenmehr

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Marga
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Mini-Faming

Beitrag von Marga »

Hallo,

habt Ihr schon einmal das "Mini-Farming" ausprobiert oder zumindest das Buch gelesen?

Ich habe nur die Zusammenfassung gelesen. Auf 1.000 m² wird der Lebensmittelbedarf einer 4-köpfigen Familie zu 85% gedeckt und "nebenbei" noch Gemüse im Wert von 7.000,- € verkauft.

Ich habe zwar nicht soviel Anbaufläche ABER wenn ich das so auf dem m² umrechne, dann muss ich alles falsch machen.

Freue mich schon auf Euere Erfahrungen/Antworten.

Danke
Marga

liaam
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Re: Mini-Faming

Beitrag von liaam »

Hallo Marga,

wir bebauen etwa 150qm und wenn alles richtig gedeihen würde, dann bräuchten wir für einen Zwei-Personen-Haushalt (und einige Geschenke an Freunde) fast gar nichts zukaufen.

Z.B. 2011 habe ich nur ca. 3 Wochen lang Zwiebeln gekauft, davor hatte ich alte Ernte, danach schon aus neuem Anbau, ähnlich mit Möhren, Sellerie, Rote Bete.
Jetzt habe ich einiges eingekellert, relativ wenig eingefroren, nix eingedünstet, Tomaten getrocknet und noch Spinat, Feldsalat, Grünkohl + Schwarzwurzeln draußen.

Wobei wir aber auch relativ "saisonal" essen, frische Erdbeeren, Tomaten, Zucchini, etc. brauchen wir im Winter nicht...


Grundsätzlich zukaufen tue ich nur, was gar nichts wird im Garten, z.B. Knoblauch, Paprika, (ab kommendem Jahr wohl auch Lauch...) und wofür ich keinen Platz habe, wie z.B. Kartoffeln und Getreide.
Wobei "Platz" relativ ist, wir hätten genug Fläche zusätzlich um auch Kartoffeln anzubauen, aber ich schaffe die 150qm zeitlich und körperlich gerade so.

lg. GeO

forumadmin
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Re: Mini-Faming

Beitrag von forumadmin »

1000 qm ist schon eine recht große Fläche, wenn man noch ein Gewächshaus hat sollte es außer Getreide (nur Quinoa und Amaranth sind hier auch für den Kleingärtner interessant) wohl für ein Jahr reichen, wenn genügend getrocknet, eingefroren oder eingekocht wird, Obst und Beeren eingerechnet
LGLudwig

Marga
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Re: Mini-Faming

Beitrag von Marga »

Danke für Eure Antworten.

Ich selber habe zwei Flächen >>> zusammen ca 70 m² und ernte ca. 2,5 - 3 kg pro m² - Salat nicht eingerechnet -, bei Frühkartoffeln ca. 3kg und wir haben einen 3-Personen-Haushalt und haben ab Juni - Weihnachten unseren Bedarf an Salat und Gemüse gedeckt. Die Kartoffeln reichen für ca 4 Monate. Überschuß wird eingekocht. Zucchini wie Senfgurken eingemacht, kann ich für den Winter sehr empfehlen!

Zum Buch:
"Der Autor geht davon aus, von 1.000 m2 4 Personen zu 85% ernähren zu können. Dabei rechnet er für jede Person mit 207 kg Gemüse, 166 kg Obst, 113 kg Getreide und 72 kg Fleisch und Eier pro Person.

Also 800 kg Gemüse und 450 kg Getreide, 288 kg Fleisch und Eier von nur 1.000 m2 ???"


Wenn ich das auf meine Fläche umrechne - Hm?

LG
Marga

Rosemarie
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Re: Mini-Faming

Beitrag von Rosemarie »

Hallo,
also ich war mit der Ernte dieses Jahr gar nicht zufrieden. Wir haben Platz genug, also dran kann es nicht liegen. Nur die Erbsen sind was geworden und einige Kartoffeln, die wir aber schon lange aufgegessen haben, bzw. die Kleinen fürs nächste Jahr gerade lagern.
Die Tomaten waren gut. Und Pastinaken sind noch in der Erde.

Weder die Zwiebeln, noch die Zucchini (von 3 Pflanzen keine einzige Fruch), noch Sellerie, oder die Möhren oder der Kohlrabi sind was geworden.
Die Melde nur spärlich, ebenso wie der Pflücksalat oder die Chilis.

Alles von Dreschflegel.

Da muß ich wohl mächtig was falsch gemacht habe. Dabei habe ich einen Plan laut
Frau Kreuter angelegt, also nix auf dem gleichen Platz, wie letztes Jahr.

Rosemarie

salvia
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Wohnort: Ulm

Re: Mini-Faming

Beitrag von salvia »

Hallo Rosemarie,
wenn so vieles bei dir nichts geworden ist, würde ich mal eine Bodenanalyse machen lassen. Ist ja schon sehr merkwürdig, wenn so vieles nicht gedeihen will. Gerade Melde, Pflücksalat sind ja auch nicht gerade anspruchsvoll. Können doch bestimmt nicht alles die Schnecken geholt haben, oder?
Und am Dreschflegelsamen lag es bestimmt nicht. Jedenfalls bin ich mit dessen Qualität bisher immer zufrieden gewesen.
Vielleicht magst du näheres zu deinen Kulturbedingungen schreiben und wir kommen so den Ursachen auf die Spur.
Chilis finden z.B. im Freiland bestimmt nicht unbedingt die besten Bedingungen.

Jedenfalls wünsche ich dir 2012 mehr Erfolg.
Mein Gemüsegarten liegt einige km vom Wohnort entfernt und in manchen Jahren finde ich berufsbedingt nicht die Zeit regelmäßig und in kurzen Abständen dorthin zu gehen. Dies hat natürlich zur Folge, dass arbeitsintensives Gemüse keine Chance hat. Dies musste ich auch erstmal lernen zu akzeptieren. Oder Bedingungen schaffen, die es möglich machen, trotz diesem Manko zufriedenstellende Ernten einfahren zu können. Auswahl und aber auch Verzicht auf bestimmtes Gemüse, Mulchen, Schneckenzaun, Aussaat ohne Angiessen... haben nun dazu geführt, dass der Frust lange nicht mehr so groß ist, wie in den Anfangsjahren.
Ps. Das Mini-Farming-Buch kenne ich nicht, die Rezessionen lesen sich aber nicht gerade positiv.
L.G. Salvia

Rosemarie
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Re: Mini-Faming

Beitrag von Rosemarie »

Hallo Salvia,

danke für deine mail.

Also mein Garten liegt direkt am Haus, habe also nur wenige Schritte zu gehen.
Eigentlich dachte ich, mein Garten ist sowas von bio, mehr geht eigentlich nicht. Ich lasse mehr oder weniger alles wachsen. Reichlich Brennessel und Vogelmiere und Hirtentäschel sind vorhanden. Die Ringelblumen wachsen wie verrückt und die Kapuzinerkresse eigentlich auch. Sogar der Fingerhut hat sich von selber angefunden.
Ich habe aber auch wenig Brennesseljauche gegossen, weil ich dachte, die Brennessel (die dort wächst) sei ein Stickstoff-Anzeiger, also wäre das Düngen mit Jauche zu viel des Guten. Scheint aber nicht der Fall zu sein.
Daß es am Saatgut lag, denke ich eigentlich nicht, denn deswegen kaufe ich ja hier, bei den Dreschglegeln.
Ok, Schnecken gab es einige. Sobald die Dürre vorbei war, waren sie wider da. :evil:
Aber da ich sie so nehme, wie sie sind, sie gehören nun mal zum Garten, habe ich sie nur hin und wieder abgesammelt und im Weitwurf :shock: auf die Wiese geworfen. Töten gibts bei mir nicht.
Es wächst viel Mohn, Fingerhut, Ringelblume, und Bienenfreund (Phacelia). Und es gibt viele, viele Bienen und Hummeln und die anderen Helferlein.

Ich habe mich aber auch nicht sehr viel gekümmert in 2011. Es gab ja auch nur Salat, Erdbeeren, die übrigens reichlich waren, und Mais und Tomaten. Aber alle weit voneinander weg.

Tschüß
Rosemarie

salvia hat geschrieben:Hallo Rosemarie,
wenn so vieles bei dir nichts geworden ist, würde ich mal eine Bodenanalyse machen lassen. Ist ja schon sehr merkwürdig, wenn so vieles nicht gedeihen will. Gerade Melde, Pflücksalat sind ja auch nicht gerade anspruchsvoll. Können doch bestimmt nicht alles die Schnecken geholt haben, oder?
Und am Dreschflegelsamen lag es bestimmt nicht. Jedenfalls bin ich mit dessen Qualität bisher immer zufrieden gewesen.
Vielleicht magst du näheres zu deinen Kulturbedingungen schreiben und wir kommen so den Ursachen auf die Spur.
Chilis finden z.B. im Freiland bestimmt nicht unbedingt die besten Bedingungen.

Jedenfalls wünsche ich dir 2012 mehr Erfolg.
Mein Gemüsegarten liegt einige km vom Wohnort entfernt und in manchen Jahren finde ich berufsbedingt nicht die Zeit regelmäßig und in kurzen Abständen dorthin zu gehen. Dies hat natürlich zur Folge, dass arbeitsintensives Gemüse keine Chance hat. Dies musste ich auch erstmal lernen zu akzeptieren. Oder Bedingungen schaffen, die es möglich machen, trotz diesem Manko zufriedenstellende Ernten einfahren zu können. Auswahl und aber auch Verzicht auf bestimmtes Gemüse, Mulchen, Schneckenzaun, Aussaat ohne Angiessen... haben nun dazu geführt, dass der Frust lange nicht mehr so groß ist, wie in den Anfangsjahren.
Ps. Das Mini-Farming-Buch kenne ich nicht, die Rezessionen lesen sich aber nicht gerade positiv.

forumadmin
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Re: Mini-Faming

Beitrag von forumadmin »

Hallo Rosemarie
Unsere Gemüsepflanzen haben sich im Laufe der Jahrhunderte und einige sogar in Jahrtausenden an die Pflege des Menschen gewöhnt und sie haben nur deshalb geschwollene Wurzeln, Knollen, Früchte etc. entwickelt, weil wir Menschen sie gehegt und gepflegt und züchterisch bearbeitet haben. Somit unterscheiden sich die Kulturpflanzen in ihren Eigenschaften sehr von ihren wilden Verwandten. Wenn ich meinen Garten verwildern lasse, ist das ein wunderbares Paradies für Insekten und allesmögliche an Fauna und Flora, aber die Kulturpflanzen gehen halt ein, weil sie nicht mehr die Robustheit einer Wildpflanze haben. Was wir an unseren Kulturpflanzen nutzen ist die vegetative Schwellung von verschiedenen Pflanzenteilen, die sich im Kampf ums Überleben (ohne Hilfe des Gärtners) schnell wieder zurückentwickeln. Natürlich gibt es Unterschiede bei den Arten und Sorten wie Salvia schreibt und so können einige Pflanzen auch etwas mehr Konkurrenz vertragen als andere.

Ich hab meinen Garten eingeteilt in einen Wildbereich in dem ich fast nichts reguliere, dann einen Übergangsbereich und den Kulturbereich in dem ich darauf achte, dass meine Kulturpflanzen nicht gefressen, oder überwuchert werden, sie nicht zu dicht stehen, genügend Sonne haben etc. Einiges an Wildpflanzen darf auch in diesem Kulturbereich an ausgewählten Stellen wachsen, aber ich hab ein Auge darauf.

Brennesseln zeigen schon einen garen, fetten Boden an, in dem gutes Wachstum möglich ist. Auch die Miere ist ein Anzeiger eines guten Bodens, aber wo die Brennessel und die Miere wachsen dürfen, kommen halt keine Möhre, Zwiebel oder anderes hoch.

LGLudwig

Rosemarie
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Re: Mini-Faming

Beitrag von Rosemarie »

Hallo Ludwig,

:D ja, ich weiß das doch. Mache ich nächstes Jahr auch wieder. Wobei ich da, wo ich was gesät oder gepflanzt habe, auch versuche, zu jäten. Aber, nun, was soll ich sagen, ... ach, vielleicht einfach nix. Hatte keine Zeit finde ich ein blöde Ausrede und stimmt auch nur bedingt.
Wobei solche Totalausfälle habe ich eben nicht erwartet. Ich hatte schon die Vermutung, daß ich letztes Jahr im Spätherbst auf einer Pazelle Senf gesät hatte. Aber die blühten nicht.
Egal. Gleich :lol: fängt ja das neue Jahr an, dann wird alles besser.
Schöne Weihnachten dir/euch.
Habe vorhin das neue S&T bekommen. Da werde ich was Neues finden. Wobei ich auch Saatgut von dem kleinen bisschen das wuchs, genommen habe.
Wie ist das mit Zwiebeln? Da wollte ich mal Saatgut ausprobieren. Weil wir ziemlich viele essen. Aber jetzt ist es sicherlich schon zu spät, oder?
Und Pastinaken sind noch in der Erde. Die eine war riesig. Leider habe ich sie nicht fotografieren können, weil mein immer hungriger Mann sie sofort verarbeitet hatte. Also ich würde sagen, Ellenlang und so dick, daß, wenn du sie umgreifen wolltest, lediglich die Fingerspitzen aneinander kommen. Die hat auch für zwei Mahlzeiten locker gereicht.
Wann blühen die denn, wenn ich sie in der Erde lasse?

Tschüß
Rosemarie

forumadmin
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Re: Mini-Faming

Beitrag von forumadmin »

Rosemarie
ja, ich weiß das doch. Mache ich nächstes Jahr auch wieder. Wobei ich da, wo ich was gesät oder gepflanzt habe, auch versuche, zu jäten. Aber, nun, was soll ich sagen, ... ach, vielleicht einfach nix. Hatte keine Zeit finde ich ein blöde Ausrede und stimmt auch nur bedingt.
Wobei solche Totalausfälle habe ich eben nicht erwartet.
Ich arbeite jetzt schon seit 28 Jahren im Garten und ich hatte noch kein Jahr wo ich sagen konnte, alles hat total gut hingehauen - irgendeinen Ausfall hatte ich immer.
Gleich :lol: fängt ja das neue Jahr an, dann wird alles besser.
Schöne Weihnachten dir/euch.
ja danke wünsch ich auch allen Lesern
Wie ist das mit Zwiebeln? Da wollte ich mal Saatgut ausprobieren. Weil wir ziemlich viele essen. Aber jetzt ist es sicherlich schon zu spät, oder?
zu spät für was? Winterzwiebeln werden im Spätsommer gesät. Wenn man nur Zwiebelsaatgut hat kann man im März im Haus säen dann schnell vereinzeln und bekommt noch im gleichen Jahr dicke Zwiebeln und braucht nicht den Umweg über die Steckzwiebeln machen.
Und Pastinaken sind noch in der Erde. Die eine war riesig. Leider habe ich sie nicht fotografieren können, weil mein immer hungriger Mann sie sofort verarbeitet hatte. Also ich würde sagen, Ellenlang und so dick, daß, wenn du sie umgreifen wolltest, lediglich die Fingerspitzen aneinander kommen. Die hat auch für zwei Mahlzeiten locker gereicht.
Wann blühen die denn, wenn ich sie in der Erde lasse?
na dann hat es ja wenigstens etwas gegeben - Die Pastinaken (wie alle zweijährigen Rüben) blühen im zweiten Jahr wenn man sie stehenlässt.
LGLudwig

Rosemarie
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Re: Mini-Faming

Beitrag von Rosemarie »

forumadmin hat geschrieben:
Wie ist das mit Zwiebeln? Da wollte ich mal Saatgut ausprobieren. Weil wir ziemlich viele essen. Aber jetzt ist es sicherlich schon zu spät, oder?
zu spät für was? Winterzwiebeln werden im Spätsommer gesät. Wenn man nur Zwiebelsaatgut hat kann man im März im Haus säen dann schnell vereinzeln und bekommt noch im gleichen Jahr dicke Zwiebeln und braucht nicht den Umweg über die Steckzwiebeln machen.
Das hört sich toll an. Danke, das werde ich versuchen.

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